Verbraucherpreise Kaffeepreise steigen deutlich stärker als Inflation

Die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee sind im April 2025 um 12,2 Prozent gestiegen. Extreme Wetterlagen führten zu Ernteausfällen und trieben die Einfuhrpreise für Rohkaffee um mehr als 50 Prozent nach oben. Dennoch importierte Deutschland 2024 so viel Kaffee wie nie zuvor.

Montag, 02. Juni 2025, 09:36 Uhr
Theresa Kalmer
Für die Tasse Kaffee mussten die Menschen in Deutschland zuletzt tiefer in die Tasche greifen. Bildquelle: Getty Images

Die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee sind im April 2025 um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit verteuerte sich Kaffee deutlich stärker als Nahrungsmittel insgesamt, deren Preise im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent zulegten. Die allgemeinen Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum nur um 2,1 Prozent.

Besonders stark stiegen die Einfuhrpreise für Rohkaffee. Diese lagen im April 2025 um 53,1 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie das Bundesamt berichtete. Als Grund nannte die Behörde unter anderem Ernteausfälle durch extreme Wetterlagen. Am stärksten verteuerten sich die Importe aus Amerika mit einem Plus von 61,8 Prozent. Die Einfuhrpreise für Rohkaffee aus Asien und übrigen Gebieten stiegen um 43,8 Prozent, die aus Afrika um 23,2 Prozent. Auch bereits verarbeiteter Kaffee wurde deutlich teurer: Die Einfuhrpreise für entkoffeinierten oder gerösteten Kaffee legten um 35,8 Prozent zu.

Die höheren Importpreise schlugen sich auch in den Erzeugerpreisen nieder. Gewerbliche Hersteller verlangten im April 2025 für nicht entkoffeinierten Röstkaffee 43,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für entkoffeinierten Röstkaffee stiegen die Preise um 45,2 Prozent. Im Vergleich zum April 2021 verteuerte sich nicht entkoffeinierter Röstkaffee bei den Erzeugern um 86,1 Prozent, entkoffeinierter Röstkaffee um 78,7 Prozent.

Brasilien dominiert deutsche Kaffeeimporte

Die Importmenge von Kaffee hat sich im Jahr 2024 positiv entwickelt. Die Einfuhren stiegen laut Statistischem Bundesamt um 14,1 Prozent auf 1,25 Millionen Tonnen. Der wichtigste Handelspartner blieb Brasilien mit einem Anteil von 41,4 Prozent an der Importmenge, was 516.000 Tonnen entspricht. Es folgten Vietnam mit 16,2 Prozent (202.000 Tonnen), Honduras mit 5,5 Prozent (68.000 Tonnen) und Kolumbien mit 4,3 Prozent (53.000 Tonnen). Jeweils rund 4 Prozent der Kaffeeeinfuhren kamen aus Uganda, Italien und Peru.

Im mittelfristigen Vergleich zeigt sich die starke Verteuerung von Kaffee noch deutlicher: Die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee lagen im April 2025 um 31,2 Prozent höher als im April 2021. Die Importpreise für nicht geröstete Kaffeebohnen stiegen in diesem Zeitraum sogar um 147,4 Prozent. Auch im langfristigen Vergleich nahm der Kaffeeimport zu: Die Einfuhrmenge lag 2024 um 7,9 Prozent höher als im Jahr 2015, als 1,16 Millionen Tonnen importiert wurden.

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