Aktuelle Zahlen von Yougov Discounter steigern Umsatz und verschärfen Preiskampf

Die Discounter in Deutschland haben 2024 einen Umsatz von rund 77 Milliarden Euro erzielt und damit fast ein Drittel mehr als fünf Jahre zuvor. Das zeigen neue Zahlen des Marktforschungsinstitutes Yougov. Nach Einschätzung des Yougov-Experten Robert Kecskes verschärft sich der Kampf um Marktanteile bei den Discountern weiter.

Montag, 02. Juni 2025, 10:51 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Kampf um die Marktführerschaft: Die deutschen Discounter, und hier vor allem Aldi und Lidl, liefern sich ein hartes Rennen. Bildquelle: Lidl, DanielGravesPhotography

Die Discounter in Deutschland steigern ihren Umsatz kräftig und verschärfen den Wettbewerb um Marktanteile. Neue Daten des Marktforschungsinstituts Yougov zeigen, dass die Discounter 2024 einen Umsatz von gut 77 Milliarden Euro erwirtschafteten. Dies entspricht einem Anstieg von fast einem Drittel im Vergleich zu fünf Jahren zuvor.

Discounter nun mit Marktanteil von 38 Prozent

Aldi, Lidl, Penny, Netto und Norma legten damit stärker zu als der gesamte Lebensmitteleinzelhandel. Dieser verzeichnete zwischen 2019 und 2024 ein Umsatzwachstum von 26,6 Prozent auf rund 203 Milliarden Euro. Mit einem Marktanteil von gut 38 Prozent im Jahr 2024 bauten die Discounter ihre Position weiter aus. Der Marktanteil der Vollsortimenter lag bei fast 29 Prozent. Demgegenüber büßten SB-Warenhäuser wie Kaufland, Marktkauf und Globus sowie der Fachhandel Marktanteile ein. 

Der Konkurrenzkampf zwischen den Discountern nimmt derweil weiter zu. Lidl kündigte kürzlich an, die Preise von mehr als 500 Artikeln um bis zu 35 Prozent zu senken. Aldi reagierte und gab bekannt, 2025 bereits rund 1.000 Artikel dauerhaft im Preis gesenkt zu haben. In den kommenden Wochen will Aldi Hunderte weitere Produkte verbilligen.

Rüschen: Lidl könnte Aldi bald überflügeln

Handelsexperte Stephan Rüschen von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sieht in dieser Entwicklung mehr als nur einen kurzfristigen Preiskampf. „Lidl geht es darum, Marktanteile zu gewinnen und Aldi die Preisführerschaft abzunehmen“, erklärte er. Preisfüherschaft bedeute dabei, dass man von Kunden als günstigster Anbieter wahrgenommen werde und die Preise setzen könne. Rüschen hält es für möglich, dass Lidl in Zukunft Aldi Nord und Aldi Süd beim Umsatz überholen könnte.

Yougov-Experte Robert Kecskes betont, dass die Preissenkungen Teil einer strategischen Mischkalkulation sind. Günstige Preise bei bestimmten Produkten sollen ihm zufolge neue Kunden anlocken, die dann idealerweise auch Artikel mit höherer Gewinnmarge kaufen. Diese Strategie verdeutlicht nach Ansicht von Kecskes, wie intensiv der Wettbewerb um preissensible Konsumenten geworden ist.

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