Supermarkt des Jahres Rewe-Chef Souque geißelt Bürokratielast in Deutschland

Top-Thema

Rewe-Chef Lionel Souque zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung des Handelsriesen. Zugleich spart der Franzose beim Wettbewerb Supermarkt des Jahres in Essen nicht mit Kritik an der überbordenden Bürokratie in Deutschland. Auch die demografische Entwicklung sieht er sorgenvoll.

Donnerstag, 22. Mai 2025, 12:01 Uhr
Manuel Glasfort
Rewe-Chef Lionel Souque (rechts) im Gespräch mit Hendrik Varnholt, Chefredakteur der Lebensmittel Praxis. Bildquelle: Jörn Strojny

Rewe-Chef Lionel Souque hat sich beim Supermarkt des Jahres zufrieden mit der Entwicklung des Handelskonzerns in Deutschland gezeigt. „Es gibt ein paar Länder in Osteuropa, die etwas schwieriger sind“, schränkte er ein, aber: „Insgesamt läuft es gut.“ Auch mit der Entwicklung der Touristiksparte ist der Franzose glücklich. „Touristik läuft bombastisch, obwohl ich das am 1. März abgegeben habe“, scherzte der Vorstandsvorsitzende in Essen beim Supermarkt des Jahres, dem Branchenwettbwerb der Lebensmittel Praxis.

Souque: Ziele von Rewe Bonus vorzeitig erreicht

Positiv äußerte Souque sich auch über die Entwicklung des Kundenbindungsprogramms Rewe Bonus. Der Handelskonzern hatte die Zusammenarbeit mit dem Loyalty-Anbieter Payback zum Jahreswechsel beendet und ein eigenes Programm aufgelegt. Der Rewe-Chef wörtlich: „Der Wechsel war sicherlich eine Herausforderung, aber es lief viel besser als erwartet. Wir haben bereits die Ziele erreicht, die wir uns für Ende des Sommers gesetzt hatten, was die Mitgliederzahlen und Anteile betrifft.“

Mit großer Sorge betrachtet der Rewe-Chef allerdings die politische Entwicklung in der Welt. „Wir haben eine dreifache Krise: eine Klimakrise, eine Wirtschaftskrise und eine geopolitische Krise“, sagte er vor den Gästen in der Essener Zeche Zollverein. In Russland, China und nun auch den USA seien „schwierige Leute“ an der Macht. „Und selbst in Europa: Bei den großen Ländern Deutschland und Frankreich weiß man auch nicht, wer in zwei, drei Jahren in die Regierung kommt. Das könnten auch schwierige Leute sein.“

„Die Bürokratie ist unglaublich in Deutschland“

Deutliche Worte fand Souque für das Bürokratieproblem in der Bundesrepublik. Er sagte: „Die Bürokratie ist unglaublich in Deutschland.“  Zusätzlich zu den EU-Richtlinien wolle die Bundesregierung immer noch etwas drauf satteln. Und: „Dann wollen die Bundesländer noch etwas drauf legen.“ Bei manchen Themen möchten ebenfalls die Kommunen mitmischen: „Das macht alles kompliziert.“

Mit großen Bedenken blickt Souque auch auf die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik. Er rechnete vor: „Bis 2036 gehen 20 Millionen Babyboomer in Rente. In den Arbeitsmarkt kommen nur 13 Millionen Leute. Es werden also sieben Millionen Leute weniger arbeiten als jetzt.“ Der Rewe-Chef folgerte: „Der Kampf um die Leute wird noch schwieriger sein. Deshalb ist auch Digitalisierung extrem wichtig, denn das wird sonst nicht gutgehen.“

Anzeige

analytica 2026

analytica: die ganze Welt des Labors

Die Weltleitmesse für Labortechnik, Analytik, Biotechnologie und die analytica conference vom 24. bis 27. März 2026 in München.
Mehr erfahren

Neue Produkte

Regional-Star 2025 - Die Nominierten