Bundesernährungsministerium Neue Kompetenzstelle soll Lebensmittelverschwendung reduzieren

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen eingerichtet. Sie soll Unternehmen und Verbände der Lebensmittelbranche unterstützen. Hintergrund: In Deutschland fielen 2022 rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an.

Mittwoch, 09. April 2025, 13:11 Uhr
Thomas Klaus
Food Waste ist unethisch und kostet bares Geld: Deshalb hat die geschäftsführende Bundesregierung eine neue Kompetenzstelle eingerichtet. Bildquelle: KPMZZZ/stock.adobe.com/Eurostat

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine neue Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten eingerichtet. Dies teilte das Ministerium mit. Die Kompetenzstelle soll Unternehmen und Verbände der Lebensmittelbranche bei ihren Bemühungen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung unterstützen.

Empfehlung aus Evaluation der Nationalen Strategie aufgegriffen

Die neue Stelle richtet sich mit praxisnahen Informations- und Schulungsangeboten besonders an Unternehmen am Anfang der Lebensmittelversorgungskette. Laut Mitteilung des Ministeriums soll sie den Austausch zwischen Unternehmen und Verbänden der Primärproduktion, Verarbeitung, des Lebensmittelhandels sowie der Außer-Haus-Verpflegung organisieren. Ziel sei es, Vernetzung und Best-Practice-Austausch zu stärken sowie Reduktionspotenziale zu identifizieren.

Die Einrichtung der Kompetenzstelle folgt einer Empfehlung aus der Evaluation der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Der Abschlussbericht dieser Evaluation zieht nach Angaben des Ministeriums eine positive Bilanz. Die Maßnahmen und Aktivitäten der Strategie hätten Wirkung gezeigt. Zur weiteren Optimierung empfiehlt der Bericht neben der Einrichtung der Kompetenzstelle, dass die Informationsoffensive „Zu gut für die Tonne!“ weiter entwickelt sowie der Austausch zwischen Bund und Ländern gestärkt werden solle.

Statistisches Bundesamt meldet hohe Abfallmengen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fielen in Deutschland im Jahr 2022 rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Den Angaben zufolge entsteht der Großteil dieser Abfälle mit 58 Prozent (6,3 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten. Die Außer-Haus-Verpflegung hat einen Anteil von 18 Prozent (2 Mio. Tonnen), die Verarbeitung 15 Prozent (1,6 Mio. Tonnen), der Handel 7 Prozent (0,8 Mio. Tonnen) und die Primärproduktion 2 Prozent (0,2 Mio. Tonnen).

 Die neue Kompetenzstelle wurde bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow in Mecklenburg-Vorpommern eingerichtet.

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