Sanierungsgutachten Baywa kann durch Verkäufe gerettet werden

Der verschuldete Agrarkonzern Baywa kann laut einem Sanierungsgutachten durch den Verkauf von Unternehmensteilen gerettet werden. Der Konzern hatte in den ersten neun Monaten 2024 einen Verlust von 641 Millionen Euro verzeichnet. Die Finanzaufsicht Bafin prüft derzeit den Jahresüberschluss 2023.

Montag, 02. Dezember 2024, 10:21 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Der hoch verschuldete Baywa-Konzern kann sich laut Sanierungsgutachter durch Gesundschrumpfung retten. Bildquelle: Baywa

Der hoch verschuldete Baywa-Konzern kann nach Einschätzung eines Sanierungsgutachters durch Verkäufe von Unternehmensteilen gerettet werden. Dies teilte der Münchner Konzern in einer Pflichtmitteilung für die Börse mit.

Großteil der Abschreibungen im Bereich Erneuerbare Energien

Der Konzern hatte in den ersten neun Monaten 2024 einen Nettoverlust von knapp 641 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz sank in diesem Zeitraum um knapp zwölf Prozent auf 16 Milliarden Euro. Der Verlust übertraf das Defizit des gesamten Vorjahres um mehr als das Sechsfache.

Zudem musste der Konzern Abschreibungen in Höhe von 222 Millionen Euro vornehmen. Dabei entfiel der Großteil mit 171,5 Millionen Euro auf die 51-prozentige Beteiligung an der Tochtergesellschaft für Erneuerbare Energien. 

Sanierung bis Ende Dezember 2027

Das Sanierungskonzept sieht laut der Mitteilung den Verkauf wesentlicher internationaler Beteiligungen vor. Alle vier Geschäftsbereiche Agrar, Baustoffe, Energie und Technik sollen demnach erhalten bleiben. Die Gutachter fordern zudem eine organisatorische Verschlankung und operative Einsparmaßnahmen. Frisches Geld soll die Ausgabe neuer Aktien mit Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre bringen. Die Sanierung soll Ende Dezember 2027 abgeschlossen sein.

Überprüfung durch Finanzaufsicht Bafin

Der aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangene Konzern ist der größte deutsche Agrarhändler und für die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im Süden und Osten Deutschlands bedeutsam. Die Finanzaufsicht Bafin überprüft seit knapp drei Wochen den Jahresüberschluss 2023, weil das Unternehmen möglicherweise seine finanziellen Risiken beschönigt habe. 

„Neues Vertrauen hängt auch davon ab, wie die Prüfung durch die Bafin ausgeht. Wenn die Zahlen geschönt wurden, müssen harte Konsequenzen folgen“, kommentiert der wirtschaftspolitische Sprecher der bayerischen SPD-Landtagsfraktion, Florian von Brunn.

Verschärft wird die Baywa-Krise durch die schwache Weltkonjunktur. In den ersten neun Monaten liefen sowohl das Agrargeschäft als auch die erneuerbaren Energien großenteils schlecht. Zuwächse gab es lediglich im Obst- und Gemüsehandel sowie beim Verkauf von Landmaschinen.

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