Bundespolitik Özdemir sieht sich weiter in Berlin

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Foto) sieht seinen politischen Wirkungskreis weiterhin in der Bundespolitik. Der Grünen-Politiker wird als ein Nachfolger des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gehandelt.

Montag, 18. Juli 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Özdemir sieht sich weiter in Berlin
Bildquelle: Sedat Mehder

Er habe einen wunderbaren und fordernden Job, der er gut machen wolle, sagte Özdemir in Eberstadt (Baden-Württemberg). Mit Stuttgart vertrete er den „schönsten Wahlkreis Deutschlands“ in Berlin. Kretschmann hatte immer wieder betont, dass er für eine volle Amtsperiode gewählt worden sei. Der 74-Jährige ist seit Mai 2011 im Amt. Özdemir sagte, die Frage zur Nachfolge des amtierenden Regierungschefs stelle sich nicht.

Agrarminister trifft Bauernfunktionär

In Eberstadt besuchte der Grünen-Politiker den Betrieb des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Bei einer Presserunde mitten auf dem Feld war der Klimawandel ein Thema zwischen dem Agrarminister und dem Bauernfunktionär. „Wir wollen alles gemeinsam tun, um die Folgen der Klimakrise so gering, wie möglich zu halten“, sagte Özdemir. Sitzend auf einer Bank an einem Biertisch, auf der rechten Seite Strohballen aufgebaut, spielten sich beide die Bälle zu und vermittelten einen recht harmonischen Umgang. „Wir haben einen kurzen Draht“, sagte Özdemir. Man rufe sich an oder schreibe sich SMS. Doch der Grünen-Politiker betonte auch, die Ansichten beider seien nicht zu 100 Prozent deckungsgleich.

Ein Knackpunkt zwischen Lobby und Politik ist das Thema Tierhaltung. Sie ist nach den Worten von Rukwied ein Rückgrat der Landwirtschaft. Sie müsse stabilisiert werden, mahnte er. Im vergangenen Jahr habe Deutschland 10 Prozent der Schweinehalter verloren. „Wenn Sie nicht handeln, geht es so weiter“, sagte der Landwirt zu seinem Gegenüber. Der zeigte Verständnis. Die Tierhalter hätten die meisten Probleme, und ihnen gehe es wirklich schlecht, sagte Özdemir, der überzeugter Vegetarier ist. Es werde nicht besser, wenn das Fleisch aus dem Ausland komme.

Deshalb forderte der Bauernpräsident, dass die Politik jetzt eine verlässliche Finanzierung der Milliarden-Mehrkosten für mehr Tierwohl in den Ställen auf den Weg bringen müsse. Die Blockade der FDP müsse beendet werden. In der Koalition wird seit Wochen über die Finanzierung gestritten. Özdemir machte deutlich, dass die Tierhalter den Umbau der Ställe nicht aus ihren Erlösen alleine finanzieren könnten.

Bei der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch und Wurst setzt der Grünen-Politiker ein fünfstufiges Modell an. Es sieht die Haltungsformen Stall, Stall und Platz, Frischluftstall, Auslauf/Freiland sowie Bio vor. Sie unterschieden sich vor allem darin, wie viel Platz die Tiere haben und wie komfortabel ihre Ställe ausgestattet sind. Nach Özdemirs Plänen soll die verbindliche staatliche Kennzeichnung im Verlauf des kommenden Jahres starten, allerdings zunächst nur beim Schweinefleisch.

Viel gelesen in Handel

Neue Produkte

Käse-Star 2022

Handel Management

Ladenreportagen

Personalien Handel

Im Gespräch

Neue Läden

Warenkunden

LP.economy - Internationale Nachrichten