Obst und Gemüse Verbraucherschützer kritisieren makelloses Aussehen

Das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentralen haben den Lebensmittelhandel dazu aufgefordert, vom „perfekten Aussehen“ von Obst und Gemüse Abstand zu nehmen. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels verwies in seinem Konter auf bestehende Zielkonflikte.

Dienstag, 25. Januar 2022 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Verbraucherschützer kritisieren makelloses Aussehen
Bildquelle: Rewe Group

In ihren Veröffentlichungen bemängelten Umweltbundesamt und Verbraucherschützer gleichermaßen, dass es noch zu wenig Obst und Gemüse mit „Makeln“ gebe: Mit „zahlreichen selbstgesetzten Vorgaben“ würde sich der Handel selbst im Weg stehen. „Die gesetzlichen Vorgaben reichen aus für hochwertige Lebensmittel“, betonte Bundesumweltamtschef Dirk Messner. „Der Handel muss hier nicht noch unnötig nachlegen.“ Dass einige Gemüsesorten zudem zum Stückpreis ansstelle nach Gewicht angeboten werden, sei aus Sicht der Kritiker eine Verkaufspraxis, „die wenig Anreiz bietet, auch zu kleinerem Gemüse zu greifen.“

Das Umweltbundesamt führte zur Untermauerung eine Experten-Analayse heran: Dieser zufolge stellt das Streben nach der Optik auch eine Belastung für Umwelt und Klima dar, da nur der zusätzliche Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln die strengen Handelsvorgaben einhalten könne. Weitere Kritikpunkte ergeben sich aus dem aktuellen bundesweiten Marktcheck der Verbraucherzentralen, nach dem nur knapp über ein Viertel der untersuchten Märkte „unperfektes“ Obst und Gemüse reduziert zum Verkauf anbieten,  anstatt es zu entsorgen.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels konterte in seiner Replik, dass „die Handelsunternehmen mit einer Reihe von Zielkonflikten umgehen“ müssten. Mit ihrer Selektion müssten sie nicht nur rechtlichen Vorgaben, sondern auch den Ansprüchen der Kunden gerecht werden. Tatsächlich treffe der Handel bereits „zahlreiche Maßnahmen“ gegen Lebensmittelverschwendung und nutze dazu die zur Verfügung stehenden Spielräume, so der Verband gegenüber dpa. So stünden auch überreifes und „nicht normgerechtes Obst und Gemüse“ zum Verkauf, zudem würden die Spenden an Tafeln „stetig ausgebaut“. Der Verband sprach sich für einen gemeinsamen Dialog mit allen Beteiligten aus vom Erzeuger bis zum Verbraucher aus.

 

 

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