Rohstoffmärkte Getreidepreise steigen wegen Ukraine-Krieg

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine lässt die Getreidepreise steigen. Verbraucher müssen zunächst nicht mit Preissprüngen im Supermarkt rechnen. Doch bei anhaltend hohen Preisen könnten Brot, Fleisch und Milchprodukte teurer werden.

Freitag, 24. Juli 2026, 11:30 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Der Handel mit Getreide wird zum Teil über das Schwarze Meer abgewickelt, ist aber aufgrund des Krieges in der Ukraine derzeit eingeschränkt. Bildquelle: Getty Images

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine treibt die Getreidepreise nach oben. Grund für die steigenden Preise ist eine mögliche längere Unterbrechung der Handelsströme in der Schwarzmeerregion. 

Für Verbraucher bedeutet dies nach Einschätzung des Bundesverbands Agrarhandel und des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse zunächst keine unmittelbaren Preissprünge im Supermarkt. „Hält das erhöhte Preisniveau jedoch über einen längeren Zeitraum an, können die zusätzlichen Kosten schrittweise an den Markt weitergegeben werden“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin des Bundesverbands Agrarhandel Stephanie Kröger. Besonders betroffen wären den Angaben zufolge Produkte, in denen Getreide direkt oder indirekt über Futtermittel eine Rolle spielt. Dazu zählen etwa Brot- und Backwaren, Fleisch- und Milchprodukte sowie verarbeitete Lebensmittel.

„Die Märkte preisen derzeit vor allem Unsicherheit ein“, sagte Kröger. Die Schwarzmeerregion bleibe für die weltweite Getreideversorgung so wichtig, dass bereits die Sorge vor Störungen ausreiche, um die Preise deutlich nach oben zu bewegen. Höhere Getreidepreise könnten Landwirten helfen, führten aber nicht automatisch zu höheren Gewinnen, weil auch die Kostenbelastung vieler Betriebe hoch bleibe.

Verarbeiter und Handel spüren höhere Beschaffungskosten

Für Verarbeiter und den Handel in Deutschland steigen nach Angaben des Verbands mit höheren Rohstoffpreisen auch die Beschaffungskosten. Betroffen seien unter anderem Mühlen, Mischfutterhersteller, Lebensmittelproduzenten sowie Tierhalter. Das erhöhe den Kostendruck entlang der Wertschöpfungskette. Neben den Weizenpreisen steigen auch die Maispreise.

Für die weitere Entwicklung wird laut Kröger entscheidend sein, ob die Handelsströme aus der Schwarzmeerregion weitgehend aufrechterhalten werden können. „Eine dauerhafte Versorgungskrise zeichnet sich derzeit zwar nicht ab, die Volatilität an den Märkten dürfte jedoch hoch bleiben“, glaubt die Expertin.

Eine Blockade nicht nur des ukrainischen, sondern auch des russischen Schiffsverkehrs im Schwarzen Meer könnte die Getreidepreise weiter antreiben. Über das Asowsche Meer gehen etwa 25 Prozent der russischen Getreideexporte. Bei Weizen haben Russland und die Ukraine einen Anteil an den weltweiten Exporten von 25 bis 30 Prozent, bei Mais etwa 11 Prozent.

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