Die Hersteller von Frühstückscerealien haben den Zuckergehalt ihrer Produkte seit 2016 deutlich gesenkt. Bei Cerealien mit Kinderoptik fiel der durchschnittliche Zuckergehalt um rund 44 Prozent, wie der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) mitteilte. Damit übertrafen die Hersteller demnach das Reduktionsziel, das sie im Rahmen einer Grundsatzvereinbarung mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat vereinbart hatten. Über alle Frühstückscerealien hinweg sank der Zuckergehalt den Angaben zufolge um rund 21 Prozent.
Der Verband beruft sich auf die aktuellen Ergebnisse des Produktmonitorings des Max-Rubner-Instituts zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Demnach lag der durchschnittliche Zuckergehalt bei Cerealien mit Kinderoptik zu Beginn des Monitorings bei 27,6 Gramm und sank inzwischen auf 15,5 Gramm. Produkte mit Kinderoptik wiesen laut der Auswertung des Max-Rubner-Instituts ähnliche oder geringere Energie- und Nährstoffgehalte auf als vergleichbare Produkte ohne Kinderoptik.
Allerdings führt weniger Zucker bei Frühstückscerealien nicht zwangsläufig zu weniger Kalorien. Anders als bei Getränken lässt sich Zucker bei festen Lebensmitteln nicht einfach durch Wasser ersetzen. Stattdessen kommen laut dem Verband stärkehaltige Getreidezutaten zum Einsatz, die eine vergleichbare Energiemenge liefern. Zugleich setzen die Hersteller nach eigenen Angaben verstärkt auf Vollkorn, was den Ballaststoffgehalt erhöhe, aber auch zu einem leichten Anstieg des Fettgehalts führe, da Vollkorngetreide den fettreichen Keimling enthalte.
VGMS-Sprecher Brüggen warnt vor starren gesetzlichen Vorgaben
„Die aktuellen Monitoring-Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass freiwillige Vereinbarungen funktionieren“, zitierte der Verband Jochen Brüggen, Sprecher der Cerealiensparte im VGMS. Zugleich kündigte Brüggen an, dass weitere Veränderungen „naturgemäß in kleineren Schritten“ erfolgen würden. Die Produktentwicklung solle sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Wünschen der Verbraucher orientieren – „nicht von starren gesetzlichen Vorgaben für einzelne Nährstoffe“, so Brüggen in der Mitteilung.
Im VGMS sind nach eigenen Angaben rund 500 Unternehmen organisiert, die zusammen einen Umsatz von nahezu 15 Milliarden Euro erwirtschaften und rund 15 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Rohstoffe verarbeiten.