Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli wächst dank Preiserhöhungen

Lindt & Sprüngli hat im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz organisch um 4,3 Prozent auf 2,33 Milliarden Franken steigern können. Der Schweizer Schokoladenhersteller konnte einen deutlichen Absatzrückgang durch höhere Preise überkompensieren.

Dienstag, 21. Juli 2026, 12:12 Uhr
Manuel Glasfort
Lindt betreibt inzwischen mehrere hundert eigene Stores in aller Welt. Bildquelle: Lindt

Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat im ersten Halbjahr 2026 ein organisches, währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4,3 Prozent erzielt. Der Umsatz belief sich auf 2,33 Milliarden Schweizer Franken (2,52 Mrd. Euro), wie das Unternehmen mitteilte. In Schweizer Franken ausgewiesen, ging der Umsatz aufgrund negativer Wechselkurseffekte dagegen leicht um 0,9 Prozent zurück.

Das operative Ergebnis stieg minimal auf 260,2 Millionen Franken (281,48 Mio. Euro) nach 259,2 Millionen Franken (280,20 Mio. Euro) im Vorjahreszeitraum. Die operative Marge verbesserte sich von 11,0 auf 11,2 Prozent. Der Reingewinn kletterte auf 191,7 Millionen Franken (207,33 Mio. Euro), ein Plus von 1,5 Prozent nach 188,9 Millionen Franken (204,38 Mio. Euro) im ersten Halbjahr 2025. Den Angaben zufolge trugen eine straffe Kostenkontrolle, Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen zur Verbesserung der Profitabilität bei.

Das Wachstum wurde durch gruppenweite Preiserhöhungen von 11,8 Prozent gestützt, die das Unternehmen zur Kompensation gestiegener Kosten vornahm. Gleichzeitig führten die Preiserhöhungen zu einem Absatzminus von 7,5 Prozent. „In einem volatilen Marktumfeld haben wir Ergebnisse erzielt, die den Erwartungen entsprechen“, zitierte das Unternehmen Konzernchef Adalbert Lechner in der Mitteilung. Die gestarteten Maßnahmen zielten darauf ab, in der zweiten Jahreshälfte 2026 Volumen zu stabilisieren und den Grundstein für ein beschleunigtes Volumenwachstum im Jahr 2027 zu legen.

Europa belastet das Ergebnis

Nach Angaben von Lindt & Sprüngli dämpften anhaltende geopolitische Unsicherheiten und eine hohe Marktvolatilität die Konsumentenstimmung und den Tourismus, insbesondere in Europa. Die Region Europa verzeichnete einen organischen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent. Dies führt das Unternehmen auf ein schwächeres Ostergeschäft, eine geringere Nachfrage und einen Rückgang der Touristenzahlen aus Asien und dem Mittleren Osten zurück. Preissensiblere und etablierte Märkte wie Deutschland, die Schweiz und Großbritannien wirkten sich negativ auf die Gruppenergebnisse aus. In kleineren Märkten mit höherem Wachstumspotenzial wie Benelux, Mittel- und Osteuropa, Nordics sowie Spanien und Portugal erzielte die Gruppe den Angaben zufolge ein starkes zweistelliges Wachstum.

Nordamerika legte organisch um 12,7 Prozent zu. Die Region profitiert laut Lindt & Sprüngli weiterhin vom Trend zur Premiumschokolade. Kernprodukte wie Lindor, dunkle Schokolade, Saisonprodukte und Ghirardelli-Backwaren entwickelten sich sehr positiv. Auch die kürzlich eingeführten Dubai-Style-Produkte sowie Russell Stover trugen zum Wachstum bei. In der Region Rest der Welt erzielte das Unternehmen ein organisches Wachstum von 10,2 Prozent. Besonders stark war das Wachstum in Australien, China, Japan und mit Distributoren.

Lindt baut sein Ladennetzwerk weiter aus

Das eigene Ladennetzwerk baute Lindt & Sprüngli auf 648 Standorte aus, nachdem es Ende 2025 noch 621 Standorte umfasst hatte. Das Unternehmen eröffnete einen neuen Flagship-Store in Luzern und erweiterte sein Factory-Outlet am Produktionsstandort Aachen. In Shanghai eröffnete Lindt & Sprüngli den ersten eigenen Laden im chinesischen Markt. Der Bereich Global Retail verzeichnete trotz rückläufiger Tourismusströme und einer Hitzewelle in Europa ein organisches Wachstum von 4,3 Prozent.

Lindt & Sprüngli bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent sowie eine Verbesserung der operativen Marge um 20 bis 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr. Die strategischen mittel- bis langfristigen Ziele bleiben unverändert: Lindt & Sprüngli strebt weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent sowie eine jährliche Verbesserung der operativen Gewinnmarge um 20 bis 40 Basispunkte an.

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