Produktionsrückgang Weltweiter Bierdurst lässt nach

Die globale Bierproduktion ist 2025 um 0,7 Prozent auf 189,6 Milliarden Liter gefallen. Besonders stark traf es Deutschland mit einem Minus von knapp 6 Prozent. Gegen den Trend legten Afrika und Südamerika zu.

Dienstag, 21. Juli 2026, 15:06 Uhr
Manuel Glasfort
Die Hopfenernte in diesem Jahr steht noch bevor. Deutschland ist das wichtigste Anbauland der Welt, noch vor den USA. Bildquelle: Barthhaas

Die weltweite Bierproduktion ist im vergangenen Jahr um 1,4 Milliarden Liter auf 189,6 Milliarden Liter gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 0,7 Prozent, wie aus einer Analyse des Hopfenhändlers Barthhaas aus Nürnberg hervorgeht. Der Wert beinhaltet bereits alkoholfreies Bier.

„Insbesondere in vielen traditionellen Märkten stagniert oder sinkt der Bierkonsum, während alkoholfreie und -arme Getränke an Bedeutung gewinnen“, zitierte das Unternehmen seinen Geschäftsführer Thomas Raiser in der Mitteilung. In Europa fiel die Produktion um 1,6 Prozent auf 51 Milliarden Liter. Deutschland verzeichnete ein Minus von knapp 6 Prozent auf 7,9 Milliarden Liter und hielt dennoch Rang sechs der größten Bierproduzenten – hinter China, den USA, Brasilien, Mexiko und Russland. Besonders stark traf es Nordamerika mit einem Rückgang von 1,9 Prozent auf 34 Milliarden Liter. Allein in den USA fiel fast eine Milliarde Liter weg, sodass die Produktion auf gut 17 Milliarden Liter sank.

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Gegen den Trend legten Südamerika und Afrika zu. In Südamerika stieg die Produktion um 1,7 Prozent auf 25 Milliarden Liter, hauptsächlich dank Brasilien. Afrika verzeichnete ein Plus von 2,6 Prozent auf knapp 17 Milliarden Liter. In Asien sank der Ausstoß um 1,2 Prozent auf 59 Milliarden Liter, obwohl Indien zulegte. China bleibt mit einem Anteil von mehr als einem Sechstel größter Bierproduzent der Welt.

Barthhaas erwartet für 2025 kein Wachstum

Die weltweite Hopfenanbaufläche schrumpfte noch stärker als die Bierproduktion. Sie sank um 5,5 Prozent auf 52.660 Hektar, die Erntemenge gab um 3,8 Prozent auf 109.188 Tonnen nach. „Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf“, zitierte Barthhaas den Experten Heinrich Meier in der Mitteilung. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen kein Wachstum beim Bierausstoß. „Wachstum in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika dürfte durch Rückgänge in Europa und Nordamerika aufgezehrt werden“, sagte Raiser laut der Mitteilung.

Für Deutschland zeichnet sich eine besonders negative Entwicklung ab. Bis Mai habe der Verlust im Vergleich zum Vorjahr mehr als 5 Prozent betragen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichele, der „Rheinischen Post“. Seit 2019 schrumpfte der deutsche Biermarkt den Angaben zufolge um rund 18 Prozent. Als Gründe nannte Eichele ein durch politische Unsicherheit verursachtes negatives Konsumklima, die demografische Situation sowie die anhaltende Krise der Gastronomie. Mit Blick auf die hohen Produktionskosten und den Rückgang des Bierkonsums sei damit zu rechnen, dass die Anzahl der Brauereien in Deutschland weiter abnehmen werde, warnte er.

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