Die Tabaksteuer auf Wasserpfeifentabak soll bis 2030 von derzeit rund 56 Euro auf 188,46 Euro pro Kilogramm steigen. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums zum Tabaksteuergesetz hervor. Bereits im ersten Schritt zum Januar 2027 würde sich die Steuer demnach nahezu verdoppeln.
Für Konsumenten hätte das spürbare Folgen: Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt nach Angaben des Bundesverbandes Wasserpfeifentabak derzeit bei etwa 139 Euro pro Kilogramm. „Künftig würden sich die Preise wohl auf 250 bis 300 Euro pro Kilo in etwa verdoppeln“, sagte Verbandsgeschäftsführer Folke Rega. Eine 200-Gramm-Dose, die heute zwischen 25 und 30 Euro koste, würde dann rund 60 Euro kosten.
Der Verband warnt vor einem wachsenden Schwarzmarkt. Die Branche verweist dabei auf Erfahrungen mit einer restriktiven Verpackungsregelung, die von 2022 bis 2024 galt. In dieser Zeit brach die Menge versteuerten Shisha-Tabaks ein, während die Importmenge spezieller Wasserpfeifen-Kohle konstant blieb – Fachleute werteten dies als Zeichen dafür, dass Konsumenten auf illegale Bezugsquellen auswichen. Der Verband schätzte damals den Anteil illegalen Shisha-Tabaks am Gesamtkonsum in Deutschland auf 80 Prozent. Der Gesetzgeber kippte die Verpackungsregelung schließlich wieder.
Branchenverband hält Steuererhöhung für unverhältnismäßig
„Die Steuererhöhungen sind unverhältnismäßig hoch“, sagte Rega laut der Mitteilung des Verbandes. Er befürchtet, dass die geplante Steuererhöhung erneut den illegalen Markt stärken könnte. Die Produktion in Deutschland werde sich angesichts des zu erwartenden Umsatzeinbruchs nicht mehr lohnen, so Rega. Allein die staatlichen Anforderungen an Dokumentationstechnik, Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelqualität verursachten Jahreskosten von mindestens 250.000 Euro pro Hersteller.
In Deutschland rauchen schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen Wasserpfeife. Laut einer Studie der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität aus dem Jahr 2023 nutzen 1,8 Prozent der mindestens 14-Jährigen in Deutschland eine Wasserpfeife. Ein Viertel des hierzulande verkauften Wasserpfeifentabaks wird den Verbandsangaben zufolge in rund 5.000 Shisha-Bars konsumiert, der Rest entfällt auf den privaten Gebrauch. Krebsforscher betonen die Gesundheitsgefahren des Shisha-Rauchens – die verbreitete Annahme, das Wasser wirke als Filter, gilt als Legende.