Die König-Brauerei in Duisburg hat mit dem Bau einer Anlage zur Regenwassernutzung begonnen. Das Projekt soll den Frischwasserverbrauch der Brauerei nach eigenen Angaben um weitere rund 8 Prozent senken. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant.
Emschergenossenschaft fördert mit rund 760.000 Euro
Künftig will die Brauerei Niederschlag auf dem Betriebsgelände sammeln, mit Membranverfahren aufbereiten und für betriebliche Nebenprozesse wie Reinigung und Kühlung einsetzen. Dafür entsteht laut der Mitteilung ein dreistufiges Speichersystem mit einem Gesamtvolumen von rund 3.400 Kubikmetern. Die Brauerei nutzt dafür ausschließlich bereits vorhandene Tanks und teilweise bestehende Leitungsinfrastruktur.
Die Emschergenossenschaft fördert das Vorhaben im Rahmen der Zukunftsinitiative Klima.Werk mit rund 760.000 Euro. Deren Vorstandsvorsitzender Uli Paetzel verwies auf den Beitrag zur Extremwetter-Vorsorge: Künftig fließe das Regenwasser von rund 25.000 Quadratmetern Hallendächern nicht mehr in die Kanalisation. „Projekte wie dieses zur naturnahen Regenwasserbewirtschaftung haben Vorzeigecharakter und sind ein wichtiger Baustein beim klimarobusten Umbau unserer Städte und unserer Region“, so Paetzel.
Geschäftsführer Christiani sieht Projekt als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie
König-Brauerei-Geschäftsführer Guido Christiani ordnete das Projekt in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens ein: „Mit dem Regenwasserprojekt gehen wir im Rahmen unserer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie den nächsten wichtigen Schritt in Richtung ressourcenschonender Produktion.“ Laut Matthias Baldus, Leiter Bierherstellung und Energie bei der König-Brauerei, liegt der Wasserverbrauch der Brauerei derzeit deutlich unter 3,0 Hektolitern pro Hektoliter Bier. Viele deutsche Brauereien verbrauchten laut dem Deutschen Brauer-Bund zwischen 3,5 und 4,5 Hektoliter. Durch die Regenwassernutzung solle der Frischwasserverbrauch in Richtung 2,5 Hektoliter sinken.
Bereits 2024 hatte die König-Brauerei ein Nachhaltigkeitsprojekt mit Thyssenkrupp Steel umgesetzt: Seitdem nutzt die Brauerei industrielle Abwärme aus der Stahlproduktion für ihre Brauprozesse. Dadurch habe das Unternehmen seine jährlichen CO₂-Emissionen um bis zu 75 Prozent gesenkt.