Die Reise von Bundesagrarminister Alois Rainer nach Japan und China hat nach Auffassung des Verbandes der Fleischwirtschaft (VdF) und des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) große Fortschritte in Sachen Schweinefleisch-Exporte gebracht. VdF-Hauptgeschäftsführer Steffen Reiter kommentiert: „Die Gespräche von Bundesminister Rainer haben den Weg geebnet. Jetzt darf keine Zeit verloren gehen: Die vereinbarten Schritte müssen zügig umgesetzt und politisch konsequent begleitet werden, damit die Regionalisierung in diesen beiden wichtigen Märkten in Asien anerkannt wird.“
Deutschland wird mit Japan verhandeln
Der erste Teil der Reise von Bundesagrarminister Rainer führte mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Japan. Japan hatte zuvor mit Frankreich ein Abkommen zur Anerkennung der Regionalisierung abgeschlossen. Dies zeigt aus VDF-Sicht, dass entsprechende Vereinbarungen grundsätzlich möglich sind. Rainer habe erreicht, dass Deutschland nun ebenfalls mit Japan die Verhandlungen zu entsprechenden Erleichterungen für den Export von Schweinefleisch aufnehmen werde. Bereits weit fortgeschrittene Verhandlungen zu erhitzten Fleischwaren sollen nun zügig zum Abschluss gebracht werden. Beide Punkte wurden in einer gemeinsamen Absichtserklärung schriftlich vereinbart.
Mit China konkreter Fahrplan vereinbart
Auch in China wurden nach VDF-Darstellung wichtige Weichen gestellt. Alois Rainer führte Gespräche mit den zuständigen Behörden, der Zollbehörde GACC sowie dem Landwirtschaftsministerium MARA. Dabei wurde ein konkreter Fahrplan für das weitere Verfahren der Wiederzulassung von Schweinefleisch vereinbart. Als erster Schritt soll kurzfristig ein Audit in Deutschland stattfinden, um die Bekämpfungsmaßnahmen bei Wildschweinen zu evaluieren.
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft bewertet die Delegationsreise von Bundesminister Alois Rainer nach Japan und China als wichtigen Schritt zur Stärkung der Exportperspektiven in zentrale asiatische Märkte.
ZDG-Geschäftsführer Wolfgang Schleicher erklärt dazu: „Aus Sicht der Geflügelwirtschaft war das Team Germany, bestehend aus Bundesminister Alois Rainer, der Fachebene des Ministeriums sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Botschaften und der Wirtschaft, sowohl in Japan als auch in China stark und erfolgreich.“
Schleicher: Rainer beherrscht politische Langstrecke
Zu den Ergebnissen der Gespräche in China sagt Schleicher: „Wir waren mit Blick auf eine Marktöffnung Chinas für deutsche Geflügelerzeugnisse wie Zuchttiere, Genetik und Geflügelfleisch noch nie so weit wie jetzt.“ Gleichzeitig bleibe der Prozess anspruchsvoll und erfordere langfristiges Engagement. Der ZDG-Geschäftsführer lobt: „Die Marktöffnung Chinas ist kein Sprint auf kurzer Strecke, sondern ein Langstreckenlauf. Alois Rainer hat eindrucksvoll gezeigt, dass er die politische Langstrecke beherrscht und die nötige Ausdauer mitbringt, um den chinesischen Markt nachhaltig zu erschließen.“ Schleicher mahnt jedoch auch an, dass „zum Gelingen der Marktöffnung ebenso erforderlich ist, dass China die Verhandlungen mit vergleichbarer Priorität vorantreibt, wie die deutsche Seite“.