Tarifkonflikt Molkerei Warnstreik bei Arla Foods in der Eifel

Rund 600 Beschäftigte des Molkereiunternehmens Arla Foods am Standort Pronsfeld sind zu einem Warnstreik aufgerufen worden. Die Gewerkschaft NGG fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeberseite bietet bislang 2,3 Prozent. Arla Foods und das Deutsche Milchkontor haben kürzlich ihre Fusion vollzogen.

Freitag, 12. Juni 2026, 12:51 Uhr
Theresa Kalmer
Warnstreik bei Arla Foods in Pronsfeld: Die NGG erhöht vor der nächsten Tarifrunde den Druck auf das Molkereiunternehmen. Bildquelle: Getty Images

Rund 600 Beschäftigte des Molkereiunternehmens Arla Foods am Standort Pronsfeld in der Eifel sind am Freitag zu einem Warnstreik aufgerufen worden. Auch die kürzlich ausgegliederte Logistik-Sparte wolle sich mit einem Solidaritätsstreik beteiligen, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Der mehrstündige Streik könne zu Produktionsunterbrechungen im Werk führen, erklärte Arla Foods gegenüber der Lebensmittel Praxis.

Nächster Verhandlungsttermin am 15. Juni

Auslöser des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen Arla Foods Deutschland und der Gewerkschaft. Die erste Verhandlungsrunde fand den Angaben zufolge am 27. Mai 2026 statt. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent und mindestens 275 Euro. Die Arbeitgeberseite habe bislang lediglich eine Erhöhung von 2,3 Prozent für ein Jahr angeboten, kritisierte die Gewerkschaft. Arla Foods verwies darauf, dass sich das Angebot an bisherigen Abschlüssen der Molkerei- sowie anderer Industrien orientiere. Den nächsten Verhandlungstermin setzten die Parteien für den 15. Juni 2026 an.

Die Gewerkschaft begründete den Warnstreik auch mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Trotz „blendender Zahlen einerseits und einer wieder höher werden Inflation“ habe die Arbeitgeberseite nur ein aus Sicht der Gewerkschaft unzureichendes Angebot vorgelegt. Arla Foods und das Deutsche Milchkontor haben nach Angaben der Gewerkschaft kürzlich ihre Fusion vollzogen. Damit sei Arla auf dem Weg, Europas größte Molkerei zu werden.

Arla Foods erklärte gegenüber der Lebensmittel Praxis, man stehe „für die Fortsetzung der Verhandlungen zur Verfügung“.

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