Das Recycling- und Lizenzierungsunternehmen Green Dot und das Mannheimer Softwareunternehmen Osapiens wollen gemeinsam eine digitale Lösung für das Verpackungs-Reporting in Europa anbieten. Die beiden Unternehmen haben nach eigenen Angaben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um Herstellern und Markeninhabern die Einhaltung der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, kurz EPR) im Verpackungsbereich zu erleichtern.
Hintergrund ist die europäische Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR), die strengere Anforderungen an Gestaltung und Recycling von Verpackungen stellt. Da in den einzelnen europäischen Ländern weiterhin unterschiedliche Registrierungs- und Berichtssysteme gelten, wird die Einhaltung der Vorschriften für international tätige Unternehmen zunehmend aufwendig. Die neue Lösung soll sich laut der Mitteilung direkt in bestehende Geschäftssysteme eines Unternehmens einfügen und Verpackungsdaten wie Materialien, Gewichte und Recyclingfähigkeit zentral erfassen. Daraus ermittle die Software automatisiert die jeweiligen Pflichten in den einzelnen Ländern.
Eine besondere Rolle spielt den Angaben zufolge die Erfassung von Verpackungsdaten, die häufig nicht bei den Unternehmen selbst, sondern bei deren Zulieferern vorliegen. Die Plattform nutze dafür KI-gestützte Abläufe und Werkzeuge zur Zusammenarbeit mit Lieferanten, um diese Daten automatisiert zu sammeln und zu prüfen. Zudem sei die Lösung über Schnittstellen direkt mit nationalen Registrierungsstellen und EPR-Systemen verbunden.
Green-Dot-Chef Auguste warnt vor steigender Komplexität
„Unternehmen sind zunehmend besorgt über die Komplexität und die Kosten der administrativen Umsetzung der EPR-Compliance im Rahmen der PPWR“, erklärte Laurent Auguste, Geschäftsführer von Green Dot, in der Mitteilung. Stefan Wawrzinek, Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzender von Osapiens, bezeichnete die EPR-Einhaltung im Rahmen der PPWR als „eine der komplexesten grenzüberschreitenden Herausforderungen für Hersteller und Markeninhaber in Europa“.
Die Green-Dot-Gruppe, deren Ursprung vor mehr als 35 Jahren mit dem Grünen Punkt in Deutschland liegt, ist nach eigenen Angaben in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich aktiv. Ihr Portfolio umfasst mechanisches und chemisches Recycling sowie Lizenzierungsdienste und Beratung. Osapiens mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt den Unternehmensangaben zufolge mehr als 550 Mitarbeiter und betreut weltweit über 2.500 Kunden.