BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie steigert Umsatz um 3,4 Prozent

Die deutschen Lebensmittelhersteller verkauften im Dezember real 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Auslandsumsatz wuchs stärker als das Inlandsgeschäft. Die Stimmung in der Ernährungsindustrie verbessert sich anscheinend. 

Dienstag, 17. März 2026, 09:43 Uhr
Theresa Kalmer
Die Ernährungsindustrie bleibt auf Wachstumskurs: Im Dezember 2025 steigt der preisbereinigte Umsatz, getragen von Inlands- und Exportgeschäft – bei zugleich schwankenden Rohstoffpreisen und vorsichtig optimistischen Erwartungen der Unternehmen. Bildquelle: Getty Images

Die deutsche Ernährungsindustrie steigerte im Dezember 2025 ihren preisbereinigten Umsatz um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit. Der Auslandsumsatz legte preisbereinigt um 3,9 Prozent zu, der Inlandsumsatz um 3,1 Prozent. Nominal erzielten die Lebensmittelhersteller einen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro, ein Plus von 3,0 Prozent. Davon entfielen 12,9 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, was einem nominalen Zuwachs von 3,1 Prozent entspricht. Der nominale Auslandsumsatz sank hingegen um 2,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro.

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Die Ausfuhrpreise gaben um 1,0 Prozent nach, die Inlandsverkaufspreise sanken nur leicht um 0,1 Prozent. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex, der die real produzierte Gütermenge misst, sank im Vergleich zum Vorjahresmonat nur geringfügig um 0,2 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung bei zentralen Kostentreibern

Die Preise für Agrarrohstoffe und Energie, zentrale Kostentreiber in der Lebensmittelproduktion, entwickelten sich unterschiedlich. Der FAO Food Price Index stieg im Februar auf 125,3 Punkte, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Den stärksten Anstieg verzeichneten Öle mit 3,3 Prozent, gefolgt von Fleisch mit 2,0 Prozent und Getreide mit 1,1 Prozent. Der Preisindex für Zucker sank um 4,1 Prozent, der für Milchprodukte um 2,0 Prozent.

Im Dezember lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 8,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie die BVE mitteilte. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau Anfang 2020 entspricht dies jedoch einem Anstieg von rund 25 Prozent. Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 1,2 Prozent und lagen im Jahresvergleich 11,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im November einen Rückgang von 3,0 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen im Jahresvergleich 6,4 Prozent im Minus. Der Preisindex für Rinder legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27,1 Prozent zu, während der Preisindex für Schweine um 16,1 Prozent nachgab.

Ifo-Institut meldet bessere Stimmung

Die Stimmung in der Ernährungsindustrie verbesserte sich leicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar gegenüber dem Vormonat um 4,5 Punkte auf 91,5 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich. Der entsprechende Saldo stieg um 2,2 Punkte auf 88,3 Punkte. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate entwickelten sich ebenfalls positiver. Der Erwartungssaldo erhöhte sich auf 94,6 Punkte. Dennoch überwiegt weiterhin der Anteil der Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen. Nur 20,8 von 100 Befragten rechnen mit einer Verbesserung, während 32,1 eine Verschlechterung erwarten.

Lebensmittelpreise um 0,9 Prozent höher

Im Januar 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum hingegen um 0,9 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 2,6 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

In der Ernährungsindustrie erwirtschaften knapp 6.000 Betriebe einen jährlichen Umsatz von 232,7 Milliarden Euro. Mit rund 658.000 Beschäftigten ist diese Branche bei den Beschäftigtenzahlen der viertgrößte Industriezweig Deutschlands und nach Umsatz sogar der drittgrößte.

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