BVE-Konjunkturreport Umsätze der Ernährungsindustrie spürbar gestiegen

Die deutsche Ernährungsindustrie hat im März 2026 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet. Im Ausland und Inland stieg der preisbereinigte Umsatz um 5,9 beziehungsweise 5,4 Prozent. Das sind Zahlen aus dem aktuellen Konjunkturreport der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

Dienstag, 09. Juni 2026, 13:16 Uhr
Thomas Klaus
Die Industrie insgesamt steht unter Druck, doch die Ernährungsindustrie konnte sich im März 2026 relativ gut behaupten. Bildquelle: Getty Images

Der jüngste BVE-Konjunkturreport legt dar: Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im März 2026 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Ausland stieg der preisbereinigte Umsatz um 5,9 Prozent. Auch der Inlandsumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 5,4 Prozent. 

Nominaler Umsatz von 20,7 Milliarden Euro

Insgesamt erzielten die Lebensmittelhersteller einen nominalen Umsatz von 20,7 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen 13,0 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft (plus 4,0 Prozent). Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,7 Milliarden Euro und lag damit um 1,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Ausfuhrpreise sanken um 4,4 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 1,3 Prozent zurückgingen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent. Dieser Index misst die reale Produktionsmenge und ist um Preisveränderungen bereinigt.

Agrarrohstoffe und Energie zentrale Kostentreiber

Agrarrohstoffe und Energie zählen nach BVE-Darstellung zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.

Anstieg bei drei der fünf Teilindizes

Im Mai stieg der FAO Food Price Index auf 130,8 Punkte. Dies entspricht einem Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Drei der fünf Teilindizes stiegen an, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Den stärksten Anstieg verzeichnete Zucker mit 5,9 Prozent, gefolgt von Getreide mit 2,7 Prozent und Fleisch mit 0,8 Prozent. Der Preisindex für pflanzliche Öle sank um 4,6 Prozent, die Preise für Milchprodukte sanken zuletzt um 0,4 Prozent.

Im März lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 2,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats und 8,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Preisindex für Gurken um 31 Prozent höher

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 1,4 Prozent und lagen im Jahresvergleich 8,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So lag der Preisindex für Gurken 31,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres, während der Preisindex für Speisekartoffeln 55,2 Prozent darunter rangierte.

Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im März einen Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen im Jahresvergleich 9,3 Prozent im Minus. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Rinder, der im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,3 Prozent zulegte. Der Preisindex für Schweine gab im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent nach.

Erdgas-Erzeugerpreise stiegen um 220 Prozent

Laut dem Statistischen Bundesamt gab es bei den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte im April folgende Entwicklungen: Die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) stiegen im Vergleich zum Vormonat um 15,6 Prozent. Der Preisindex für Erdöl steig um 35,3 Prozent, der für Braunkohle sank um 0,2 Prozent. Die Erzeugerpreise für Erdgas stehen damit beispielsweise rund 220 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.

Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im Mai steig der Index gegenüber dem Vormonat. Der Saldo des Geschäftsklimas stieg um 2,5 Punkte auf 92,2 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.

Überwiegend Unternehmen mit sinkenden Erwartungen

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage stieg auf ein Saldo von 92,7 Punkten. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen im Vergleich zum Vormonat etwas schlechter aus: Der Erwartungssaldo sank auf 91,8 Punkte.

Der Anteil der Unternehmen mit sinkenden Geschäftserwartungen überwiegt weiterhin deutlich: Während 14,7 Prozent der Befragten mit einer Verbesserung rechnen, erwarten 25.2 Prozent eine Verschlechterung.

Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im Mai sank der Index von minus 28,1 auf minus 33,1 Punkte. Für Juni wird jedoch mit einer leichten Erholung auf minus 29,8 Punkte gerechnet.

Im April 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum hingegen um 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 1,5 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

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