Der Schreibwarenhersteller Stabilo hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatzrückgang von fast 7 Prozent auf 214 Millionen Euro verzeichnet. Das Unternehmen aus dem fränkischen Heroldsberg kündigte an, weltweit Personalkosten senken zu wollen. In Deutschland sollen Teilzeit- und Vorruhestand-Angebote dazu beitragen.
Als Ursache für den Umsatzrückgang nannte Stabilo-Chef Horst Brinkmann neben der Digitalisierung die generelle Konsumzurückhaltung in den wichtigsten europäischen Märkten. Dass Menschen mit einem Textmarker wichtige Stellen in einem Dokument markieren, komme inzwischen nicht mehr so oft vor, heißt es in der Mitteilung. Viele Menschen lesen Texte direkt am Computer. In Zeiten von Home-Office und geteilten Arbeitsplätzen sind die Schreibtische im Büro nicht mehr mit vielen Stiften bestückt.
Auch die Konkurrenten Staedtler in Nürnberg und Faber-Castell im nahe gelegenen Stein sehen sich unter Druck. Staedtler will zwei seiner Werke in Bayern schließen, diese in den Hauptstandort in Nürnberg integrieren und in den Aufbau eines Werks in Osteuropa investieren. „Wir sehen für die Branche einen spürbar härteren internationalen Wettbewerbs- und Kostendruck bei gleichzeitig gestiegener Preissensitivität“, zitierte das Unternehmen in der Mitteilung.
Faber-Castell streicht 130 Stellen in Deutschland. Teile der Produktion sollen nach Brasilien und Peru verlagert werden. Das Werk in Österreich, das hauptsächlich Textmarker produziert, soll bis zum Sommer ganz schließen.
Faber-Castell kämpft mit US-Zöllen und asiatischer Konkurrenz
Große Probleme bereiten dem Familienunternehmen Faber-Castell den Angaben zufolge die US-Zölle, die gebremste Kauflaune, gestiegene Energiepreise, Konkurrenz günstiger asiatischer Produzenten, höhere Arbeitskosten und der Rückgang des Fachhandels. „Beim Textmarker ist der Markt signifikant rückläufig und wird durch die Digitalisierung auch nicht zurückkommen“, zitierte das Unternehmen den Vorstandsvorsitzenden Stefan Leitz in der Mitteilung.
Stabilo-Chef Brinkmann zeigte sich dennoch überzeugt von der Zukunft des Stifts. „Stifte werden als Gegenwelt zu einer voll vernetzten digitalen Umgebung immer einen Reiz haben“, zitierte das Unternehmen den Manager in der Mitteilung. Ideen auf einem leeren Blatt zu skizzieren oder ein eigenes Bild zu malen, habe eine beruhigende und entspannende Wirkung. Faber-Castell-Chef Leitz betonte, dass das Image von Kugelschreibern, Füllern oder Gelschreibern sich ändern müsse. Diese müssten auch zum Modeaccessoire werden, das Verbraucher nicht kauften, weil sie es unbedingt brauchten, sondern weil es ihnen gefalle.