Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist zum 30. Juni 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem neuen Beschäftigungsbericht der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) hervor. In den ernährungsspezifischen Berufen nahm die Beschäftigung um 1,7 Prozent zu. Die Branche beschäftigt laut ANG in knapp 6.000 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben rund 658.000 Menschen.
Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei den Auszubildenden aus. Am 30. Juni 2025 waren insgesamt 22.454 Auszubildende in der Branche beschäftigt. Dies entspricht einem Anstieg von 8,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den ernährungstypischen Berufen stieg die Zahl der Auszubildenden um 6,0 Prozent.
Der Fachkräftemangel bleibt nach Angaben der Arbeitgebervereinigung eine große Herausforderung. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Vakanzzeit im Dezember 2025 auf 231 Tage, ein Anstieg von 6,9 Prozent. Unternehmen müssen im Durchschnitt rund ein Jahr einplanen, um eine offene Stelle zu besetzen. Die Zahl der offenen Stellen sank im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent.
Arbeitgebervereinigung fordert politische Entlastungen
Die Arbeitgebervereinigung fordert politische Entlastungen für die Branche. „Nach drei Jahren wirtschaftlicher Schwächephase ist es wichtiger denn je, die richtigen Weichen zu stellen. Die Belastungen durch hohe Arbeits- und Energiekosten, wachsende Bürokratie und eine insgesamt hohe Abgabenlast wirken sich spürbar auf unsere Betriebe aus“, zitierte die Arbeitgebervereinigung ihre Hauptgeschäftsführerin Kim Cheng in der Mitteilung. Die Lohnfortzahlungskosten für Arbeitgeber seien seit Jahren deutlich gestiegen. Allein 2024 lagen sie laut Institut der deutschen Wirtschaft bei rund 82 Milliarden Euro.
Die Arbeitgebervereinigung spricht sich für die Einführung von Karenztagen zu Beginn einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit aus. Diese würden dazu beitragen, die Lohnfortzahlung wieder stärker auf medizinisch begründete Fälle auszurichten, heißt es in der Mitteilung. Die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss verbindet als Dachverband neun sozialpolitische Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.