Strategie gegen Schwächephase Berentzen will in neue Märkte expandieren

Der Getränkehersteller Berentzen strebt bis 2030 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro an. Die neue Konzernstrategie setzt auf vier Säulen: neue Produkte, neue Märkte, neue Vertriebskanäle und neue Kooperationen. 

Montag, 24. November 2025, 11:24 Uhr
Manuel Glasfort
Berentzen entstand aus einer Kornbrennerei im emsländischen Haselünne. Bildquelle: Berentzen

Der Getränkehersteller Berentzen will bis zum Jahr 2030 seinen Umsatz auf über 200 Millionen Euro steigern. Zudem strebt das Unternehmen aus Haselünne im Emsland eine Konzern-EBIT-Marge von über 8 Prozent an. Dies teilte Berentzen mit. Zuletzt hatte der aus einer Schnapsbrennerei entstandene Getränkekonzern mit rückläufigem Umsatz und schwindendem Gewinn zu kämpfen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit Erlösen zwischen 165 und 169 Millionen Euro. 

Neue Produkte für drei Segmente

Das Unternehmen stellte eine neue Konzernstrategie für die kommenden fünf Jahre vor. Diese trägt den Titel „Berentzen Evolve 2030 – Serving the evolution of consumer behavior“. Die Strategie basiert auf vier Säulen: neue Marken und Produkte, neue Märkte, neue Vertriebskanäle sowie neue Kooperationsmodelle. Berentzen hatte die Strategie gemeinsam mit einem Trendforschungsinstitut entwickelt.

„Die Gesellschaft als Ganzes und damit auch die Märkte, auf denen wir uns als Unternehmensgruppe bewegen, haben sich in der jüngeren Vergangenheit tiefgreifend und nachhaltig verändert – ein Prozess, der auch in den kommenden Jahren weiter andauern wird“, sagte Vorstandschef Oliver Schwegmann.

Berentzen will in allen drei Segmenten – Spirituosen, alkoholfreie Getränke und Frischsaftsysteme – neue Produkte entwickeln. Diese sollen sich an den Bedürfnissen der Verbraucher orientieren. Den Angaben zufolge sind entsprechende Konzepte in der Entstehung.

Berentzen expandiert in Südostasien und Nordafrika

Berentzen plant zudem die Expansion in neue Märkte. Das Unternehmen will sein Geschäft mit Handelsmarkenprodukten in Regionen wie dem Mittleren Osten, Südostasien sowie einigen Ländern in Nordafrika und der Subsaharazone ausbauen. „Die fünf größten Metropolen in Südostasien beispielsweise haben in den letzten drei Jahren eine Steigerung der Kaufkraft um über 40 Prozent verzeichnet“, sagte Schwegmann.

Erste Gespräche mit Handelsunternehmen aus Südostasien fänden bereits statt. Zudem will Berentzen die Internationalisierung seiner Marke Mio Mio auf den europäischen Nachbarmärkten vorantreiben. Neben Polen und den Niederlanden sei das Unternehmen jüngst auch in Belgien mit einem großen Handelspartner gestartet.

Neue Vertriebskanäle sollen erschlossen werden

Darüber hinaus will Berentzen neue Vertriebskanäle erschließen. Neben dem klassischen Lebensmitteleinzelhandel sollen Drogerieketten, Bahnhofsgeschäfte, Kioske, Automaten, Tankstellen, weitere Convenience-Stores sowie der Onlinehandel an Bedeutung gewinnen. Das in diesem Jahr begonnene Drogerie-, Tankstellen- sowie Automatengeschäft mit der Mio Mio Dose bestärke das Unternehmen darin, in weitere Kanäle vorzustoßen, heißt es von Berentzen.

Zudem plant das Unternehmen neue Kooperationen. Zunächst stünden dabei Vertriebskooperationen im Vordergrund. Berentzen hatte im Jahr 2020 ein eigenes Außendienstteam aufgebaut. Im Jahr 2025 wurden unter diesem Dach auch das Key Account Management, die Gastronomie-Teams sowie die Vertriebsinnendienste zusammengeführt. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen dadurch in der Lage, auch den Vertrieb für starke nationale oder internationale Marken in Lizenz zu übernehmen oder zu unterstützen.

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