Konjunktur-Report Ernährungsindustrie kämpft mit miserabler Stimmung

Das Geschäftsklima in der deutschen Ernährungsindustrie hat sich deutlich verschlechtert. Nur 7,4 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Trotz nominaler Umsatzsteigerung stagniert das preisbereinigte Geschäft.

Freitag, 24. Oktober 2025, 11:49 Uhr
Theresa Kalmer
Die deutsche Ernährungsindustrie zählt nach Angaben des BVE mit einem Jahresumsatz von 232,7 Milliarden Euro und 658.000 Beschäftigten zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes. Bildquelle: Getty Images

Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnet eine deutliche Eintrübung des Geschäftsklimas. Der Stimmungsindikator sank im September auf 86,5 Punkte und liegt damit klar unter der neutralen Marke von 100, wie der Bundesverband der Ernährungsindustrie (BVE) in seinem Konjunkturreport mitteilte. Auch die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich auf 86,9 Punkte.

Die Geschäftserwartungen der Lebensmittelhersteller haben sich spürbar verschlechtert. Lediglich 7,4 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Dagegen erwarten 36 Prozent eine Verschlechterung, teilte der Verband mit. Parallel dazu sank das GfK-Konsumklima im September von minus 21,7 auf minus 23,5 Punkte. Für Oktober erwarten die Marktforscher eine leichte Erholung auf minus 22,3 Punkte.

Die Branche erzielte im Juli 2025 einen Gesamtumsatz von 20,9 Milliarden Euro. Dies entspricht zwar einem nominalen Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Preisbereinigt stagnierte der Umsatz jedoch auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Inland belief sich der Umsatz auf 12,9 Milliarden Euro und stieg nominal um 3,7 Prozent. Das Auslandsgeschäft erreichte 7,9 Milliarden Euro, ein nominales Plus von 5,6 Prozent.

Lebensmittelhersteller erhöhen Verkaufspreise

Die Verkaufspreise der Hersteller stiegen weiter an. Die Inlandsverkaufspreise legten um 3,6 Prozent zu, die Ausfuhrpreise sogar um 5,5 Prozent. Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte lagen im Juli 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, aber immer noch rund 38,7 Prozent über dem Vorkrisenniveau von Anfang 2020. Besonders stark schwankten die Preise einzelner Produkte: Während Gurken um 8,3 Prozent teurer wurden als im Vorjahr, verbilligten sich Speisekartoffeln um 53 Prozent.

Die Energiekosten belasten die Branche weiterhin stark. Zwar sind die Erzeugerpreise für Erdgas seit der Energiekrise gesunken, sie liegen aber immer noch etwa 176 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020, wie der Verband mitteilte. Im Juli verteuerte sich Erdgas um weitere 0,7 Prozent, während die Preise für Erdöl um 5,5 Prozent und für Braunkohle um 2,4 Prozent stiegen.

Die deutsche Ernährungsindustrie zählt mit einem Jahresumsatz von 232,7 Milliarden Euro und 658.000 Beschäftigten zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes. Nach Umsatz ist sie laut BVE der drittgrößte und nach Beschäftigten der viertgrößte Industriezweig. Rund 6.000 überwiegend mittelständische Betriebe erwirtschaften eine Exportquote von 36 Prozent, wie der Verband mitteilte.

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