Der insolvente Kunststoffhersteller Treofan hat die Produktion in seinem Werk in Neunkirchen wieder aufgenommen. Das Unternehmen startete bereits Ende letzter Woche damit, die ersten Produktionslinien anzufahren, wie Treofan mitteilte.
Anfang September hatte der Hersteller von Polypropylenfolien die Fertigung vorsorglich gestoppt. Grund dafür waren offene Rechnungen beim Stromversorger, wodurch die Energieversorgung nicht mehr dauerhaft gesichert war. Nach Gesprächen mit dem Versorger ist die Belieferung mit Strom nun wieder sichergestellt, teilte das Unternehmen mit. Zu einer Unterbrechung der Stromversorgung war es nicht gekommen.
„Für die geplante Sanierung ist es ganz entscheidend, dass wir jetzt schnellstmöglich den Geschäftsbetrieb stabilisieren und zum Tagesgeschäft zurückkehren“, sagte Anna Katharina Wilke von der Sanierungskanzlei Flöther & Wissing laut der Mitteilung. Wilke treibt gemeinsam mit ihrem Kollegen Lucas Flöther als Generalbevollmächtigte die Sanierung voran.
Generalbevollmächtigte sichern Gehaltszahlungen
Die rund 500 Beschäftigten haben inzwischen ihre noch offenen August-Gehälter erhalten. Da das Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit erst mit Insolvenzeröffnung Anfang November ausgezahlt wird, veranlassten die Generalbevollmächtigten eine Vorfinanzierung über eine Bank. „Das Geld für August ist jetzt da, für die Monate September und Oktober werden die Gehälter wieder pünktlich ausgezahlt“, betonte Wilke der Mitteilung zufolge.
Treofan hatte am 4. September Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen, das zur Jindal Gruppe gehört, stellt Polypropylenfolien für die Verpackungsmittelindustrie her. Diese werden unter anderem für die Verpackung von Schokoladentafeln, Zigaretten oder Kondensatoren benötigt. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund 149 Millionen Euro. Die Generalbevollmächtigten haben nun einen Investorenprozess gestartet, bei dem diese Woche die Marktansprache beginnt.
