Der Verpackungshersteller Treofan in Neunkirchen im Saarland hat einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung gestellt. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch Nachfragerückgänge. Seit dem Geschäftsjahr 2023/24 erwirtschaftet Treofan nach eigenen Angaben deutliche Verluste.
Produktion im Werk ruht zurzeit
Lucas Flöther von der Sanierungskanzlei Flöther & Wissing, die das Verfahren betreut, erklärte: „Das Verfahren verschafft uns jetzt eine finanzielle Atempause und Planungssicherheit für alle Beteiligten bis Ende Oktober“. Die Insolvenz in Eigenverwaltung sichere den 500 Beschäftigten eine zeitnahe Lohnzahlung. Die Arbeitsagentur sichert die Löhne für drei Monate über das Insolvenzgeld hinaus ab.
Die Kanzlei prüft nun zusammen mit Treofan Sanierungsoptionen. In den kommenden Wochen will das Unternehmen mögliche Wege aufzeigen. Die Geschäftsführung verhandelt zudem mit dem Energieversorger über eine dauerhafte Strom- und Gasversorgung. Zurzeit ruht die Produktion im Werk.
Strafanzeigen gegen den Geschäftsführer
Der bisherige Geschäftsführer bleibt offiziell im Amt, sieht sich aber mehreren Anzeigen wegen Insolvenzbetrugs gegenüber. Arbeitnehmervertreter werfen ihm Insolvenzverschleppung vor.
Treofan ist auf die Produktion von biaxial-orientierten Polyprophylenfolien (BOPP-Folien) spezialisiert. Diese werden unter anderem für die Verpackung von Schokoladentafeln, Zigaretten oder Kondensatoren benötigt. Hinter Treofan steht der indische Folienhersteller Jindal Films, der die Firma 2018 übernommen hatte. Im vergangenen Jahr schloss Jindal bereits Werke in den Niederlanden und den USA.
