Die internationale Nichtregierungsorganisation Rainforest Alliance führt Anfang 2026 ein neues Siegel für regenerative Landwirtschaft im Kaffeesektor ein. Die Zertifizierung soll Landwirte im Globalen Süden dabei unterstützen, Ökosysteme zu regenerieren und ihre Lebensgrundlagen widerstandsfähiger zu machen. Das teilte die Organisation mit.
Zertifizierung soll auf weitere Produkte ausgeweitet werden
Der neue Standard sieht unter anderem einen reduzierten Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln vor. Auch Zwischenfrucht- und Mischkulturanbau, Agroforstwirtschaft sowie ein effizienteres Wassermanagement und Biodiversitätsschutz gehören zu den Anforderungen, wie die Rainforest Alliance mitteilte. Die Organisation will die Zertifizierung im Laufe des Jahres 2026 auf weitere Produkte wie Kakao, Zitrusfrüchte und Tee ausweiten.

Nach Angaben der Organisation können regenerative Anbaumethoden die Einkommen der Farmer um 20 bis 30 Prozent steigern. „Die Märkte müssen sich weiterentwickeln – von einer ‹Do no harm›-Mentalität zu einer Mentalität des Reparierens und Wiederherstellens“, erklärte Santiago Gowland, Geschäftsführer der Rainforest Alliance.
Standard wird bereits in Pilotprojekten getestet
Die Organisation testet den Standard bereits in Pilotprojekten auf Kaffeefarmen in Brasilien, Costa Rica, Mexiko und Nicaragua. „Regenerieren bedeutet nicht nur Bewahren, sondern Heilen: Böden, Ökosysteme, Beziehungen und unsere eigene Denkweise“, sagte Eric Ponçon, Präsident der La Cumplida-Cafetalera NicaFrance in Nicaragua, in diesem Zusammenhang.
Die Rainforest Alliance arbeitet nach eigenen Angaben mit knapp 8 Millionen Landwirten und Arbeitern sowie mehr als 7.850 Unternehmen zusammen. Das bisherige Siegel für nachhaltige Landwirtschaft findet sich auf mehr als 40.000 Produkten. Die Organisation will bis 2030 rund 100 Millionen Landwirte und Arbeiter erreichen.
