Die sächsischen Brauereien haben in den laufenden Tarifverhandlungen ein erstes Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezeichnete das Angebot als weit entfernt von den eigenen Vorstellungen. Details zu dem Angebot wurden zunächst nicht bekannt.
Mehr als 350 Beschäftigte von fünf Brauereien beteiligten sich nach Angaben der NGG an einer Kundgebung am Verhandlungsort. Die Mitarbeiter der Sternburg Brauerei Leipzig, der Krostitzer Brauerei, des Freiberger Brauhauses, der Radeberger Exportbierbrauerei und der Wernesgrüner Brauerei waren zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen worden.
Die NGG fordert sieben Prozent mehr Lohn und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro. Die Gewerkschaft verweist auf eine Lohnlücke zwischen Ost und West. Beschäftigte in Sachsen erhalten demnach mehr als 4.000 Euro weniger pro Jahr als ihre Kollegen im Westen. „Es gärt, aber nicht im Tank“, hatte Uwe Ledwig, Landesvorsitzender Ost und Verhandlungsführer der NGG, im Vorfeld gesagt.
Radeberger warnt vor Gefährdung von Arbeitsplätzen
Die Brauereien halten die Forderungen für überzogen. Der Bierabsatz in Deutschland verzeichne aktuell ein Minus von rund sieben Prozent, teilte die Radeberger Brauerei mit. „Da ist ein gefordertes Lohnplus von rund sieben Prozent nicht nur jenseits dessen, was der Markt erlaubt – es gefährdet schlussendlich auch Arbeitsplätze, statt diese zu sichern“, erklärte Firmensprecher Hendrik Wagner.
Nach Angaben der NGG konnten durch die bisherigen Arbeitskämpfe rund 250.000 Hektoliter beziehungsweise fast 50 Millionen Flaschen Bier nicht produziert oder abgefüllt werden. Für die Brauereien verhandelt der Sächsische Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss.
