Die Sauenhaltung in Deutschland steht vor einem dramatischen Strukturbruch. Nur 40 Prozent der Sauenhalter haben sich bislang entschieden, ihre Ställe entsprechend neuer gesetzlicher Vorgaben umzubauen. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands. 30 Prozent der Betriebe wollen aus der Ferkelerzeugung aussteigen. Und weitere 30 Prozent sind noch unentschlossen.
541 Ferkelerzeuger und Schweinemäster befragt
Die ISN befragte für ihre Erhebung 541 Ferkelerzeuger und Schweinemäster aus ganz Deutschland. Die teilnehmenden Betriebe halten nach Angaben der ISN über 123.000 Sauen und 1,05 Millionen Mastschweine. Dies entspreche etwa 9 Prozent des deutschen Sauenbestands und 7 Prozent des Mastschweinebestands.
Der Strukturwandel in der Schweinehaltung setzt sich der Umfrage zufolge unvermindert fort. Nur 65 Prozent der Schweinemäster und 56 Prozent der Sauenhalter planen, in den kommenden zehn Jahren weiter Schweine zu halten. In den vergangenen zehn Jahren haben bereits 41,5 Prozent der Schweinemäster und 50,6 Prozent der Sauenhalter aufgegeben, teilte die ISN mit. Die durchschnittlichen Bestände seien in dieser Zeit in der Mast um etwa 25 Prozent und in der Sauenhaltung um etwa 40 Prozent gewachsen.
Schweinemäster setzen auf bessere Haltungsformen
In der Schweinemast zeichnet sich laut der Umfrage eine Verschiebung der Haltungsformen ab. Der Anteil der Mastplätze in der einfachsten Haltungsform soll um ein Viertel zurückgehen. Bis zu 12 Prozent der Mastplätze könnten künftig auf höhere Haltungsstufen wie Frischluftstall, Auslaufstall und Bio entfallen. „Fakt ist aber auch, dass ein Umbau der Tierhaltung nur gelingen kann, wenn die Schweinehaltung hierzulande nicht wegbricht“, so ISN-Geschäftsführer Torsten Staack.
Als größte Hindernisse für den Umbau der Schweinehaltung nennen die Betriebe extrem langwierige Genehmigungsverfahren, mangelhafte Verlässlichkeit der Vorgaben und zu viel Bürokratie. Die Absatz-, Vermarktungs- und Erlösperspektiven schätzen die Landwirte nach ISN-Angaben positiver ein als in den vergangenen Jahren.
