Schädlinge in der Landwirtschaft Weichwanzen bedrohen Obst- und Gemüseernte

Heimische Weichwanzen verursachen zunehmend Schäden in der Landwirtschaft. Die Schädlinge befallen Gewächshäuser, Gemüsefelder und Obstplantagen. Experten führen dies auf trockenere Sommer und fehlende Pflanzenschutzmittel zurück.

Montag, 23. Juni 2025, 09:10 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Die Weichwanzen saugen an Gurken, Auberginen und Paprika. Dies führt zum Absterben von Trieben sowie zu Verfärbungen und Verformungen. Bildquelle: Getty Images

Heimische Weichwanzen verursachen zunehmend Schäden in der Landwirtschaft. Die Schädlinge befallen vermehrt Gewächshäuser, Gemüsefelder und Obstplantagen, wie das Landwirtschaftliche Zentrum Augustenberg in Karlsruhe mitteilte.

„Wir beobachten einen erhöhten Schadensdruck“, erklärte die Insektenkundlerin Christine Dieckhoff vom Landwirtschaftlichen Zentrum. Die Expertin führt dies auf trockenere und längere Sommer zurück. Zudem stünden immer weniger Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung zur Verfügung. Die Schädlinge saugen an Gurken, Auberginen und Paprika. Dies führt zum Absterben von Trieben sowie zu Verfärbungen und Verformungen. Auch Erdbeeren haben die Wanzen mittlerweile als Nahrungsquelle entdeckt.

Die Bekämpfung der heimischen Weichwanzen gestaltet sich besonders schwierig. Dies liegt nach Angaben des Landwirtschaftlichen Zentrums vor allem an ihrer hohen Mobilität. Die Tiere können fliegen und selbst drei Meter hohe Obstbäume problemlos erreichen. Landwirten wird empfohlen, Lüftungsschlitze von Gewächshäusern und Plantagen mit Netzen abzudecken.

BWGV-Präsident Theileis fordert mehr Pflanzenschutzmittel

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) sieht in den Weichwanzen ein zunehmendes Problem für die Landwirtschaft. BWGV-Präsident Ulrich Theileis kritisierte, dass immer weniger Wirkstoffe zur Schädlingsbekämpfung zugelassen seien. Die Zahl der Notfallzulassungen für sonst nicht erlaubte Pflanzenschutzmittel steige seit Jahren.

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk forderte eine ausreichende Zahl an Wirkstoffgruppen zur Schädlingsbekämpfung. „Dieses Vorgehen schafft unnötige Bürokratie und für die Anwender gerade in Zeiten des Klimawandels mehr Unsicherheit als verlässliche Planbarkeit“, erklärte der CDU-Politiker. Eine Akutbehandlung sei keine langfristige Strategie.

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