Pflanzenschutz Forscher testen heimische Raubmilben gegen Tomatenschädlinge

Zwei heimische Raubmilben-Arten sollen Tomaten vor Rostmilben schützen. Forscher in Karlsruhe haben die Nützlinge getestet, die bisher kaum beachtet wurden. Besonders für den Bioanbau könnte das wichtig werden, denn dort fehlen bislang effektive Schutzmaßnahmen.

Dienstag, 26. Mai 2026, 10:01 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Wie lassen sich Tomaten besser gegen Rostmilben schützen? An einer Lösung forschen Wissenschaftler in Karlsruhe. Bildquelle: Kraft Heinz

Forscher am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe haben zwei heimische Raubmilben-Arten getestet, die Tomaten vor Rostmilben schützen sollen. Die Tomaten-Rostmilbe gilt neben der Tomaten-Miniermotte als bedeutendster tierischer Schaderreger bei Tomaten und kann ganze Bestände befallen, wie Lukas Bächlin vom Technologiezentrum erklärte. Besonders in Gewächshäusern breitet sich der Schädling rasant aus.

Gerade im Bioanbau stellen die Rostmilben ein Problem dar, weil effektive Schutzmaßnahmen bislang fehlen, teilte Bächlin mit. Die beiden Raubmilben-Arten, die das Technologiezentrum nun ins Visier nahm, wurden bei der Suche nach Gegenmaßnahmen bisher kaum berücksichtigt. Sie kommen natürlicherweise in Deutschland vor und vertragen auch trockenere Luft.

„Jetzt muss man gucken, ob sich das in größerem Stil anwenden lässt“, zitierte das Technologiezentrum Bächlin in der Mitteilung. Es gebe Firmen, die Nützlinge vertreiben - darunter fielen die nun untersuchten Raubmilben aber noch nicht.

Baden-Württemberg erntet über 11.000 Tonnen Tomaten

In Baden-Württemberg bauten Landwirte im vergangenen Jahr auf 67 Hektar Tomaten unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen an, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Die Erntemenge betrug gut 11.000 Tonnen. Im Jahr 2015 ernteten die Landwirte auf 73 Hektar rund 9.600 Tonnen Tomaten.

Das Land importierte 2025 nach vorläufigen Zahlen mehr als 97.000 Tonnen Tomaten. Im Jahr 2015 waren es noch fast 152.000 Tonnen gewesen. Hauptherkunftsländer sind den Daten zufolge Spanien, die Niederlande und Belgien.

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