Das Julius Kühn-Institut hat erstmals regionale Empfehlungen zur Bekämpfung der Schilf-Glasflügelzikade entwickelt. Das Insekt überträgt gefährliche Pflanzenkrankheiten, die vor allem Zuckerrüben und Kartoffeln befallen. Da Insektizide nur über Notfallzulassungen verfügbar sind, setzt das Institut auf regional angepasste Strategien.
Die Experten haben die Anbaugebiete in Hot-Spot-, Übergangs- und Grenzregionen eingeteilt. Diese Einteilung bildet nach Angaben des Instituts die Grundlage für unterschiedliche Pflanzenschutzstrategien. „Unser Ziel ist es, durch eine flexible Einschätzung der lokalen Situation die Schäden deutlich zu reduzieren“, heißt es in der Mitteilung des Julius Kühn-Instituts.
In Hot-Spot-Regionen mit massivem Erregernachweis empfiehlt das Institut den Einsatz von Insektiziden. Landwirte sollen dort zudem tolerante Sorten anbauen, die Fruchtfolge anpassen und früh ernten. In Übergangs- und Grenzregionen sollen die Landwirte dagegen vorrangig präventiv arbeiten. Insektizide sollen sie dort nur bei erhöhtem Risiko und auf Warndienstaufruf einsetzen.
Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich den Angaben zufolge bundesweit aus. Das Insekt überträgt zwei bedeutende Pflanzenkrankheiten – Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus und Candidatus Phytoplasma solani. Da die verfügbaren Insektizide nur über Notfallzulassungen bereitstehen, mahnt das Institut zur gezielten und zurückhaltenden Anwendung.
