Rohstoffe Süßwarenindustrie hat zu kämpfen

50 Prozent Preissteigerung bei Weizen, ein doppelt so hoher Strompreis: Die deutliche Steigerung von Rohstoffpreisen und der Kosten für Energie, Logistik und Verpackungs-Materialien machen den Herstellern von Süßwaren und Knabberartikeln in Deutschland extrem zu schaffen, so der BDSI. Ein Lichtblick für die Unternehmen: die steigende Nachfrage aus dem asiatischen Raum.

Freitag, 10. September 2021 - Hersteller
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Süßwarenindustrie hat zu kämpfen
Bildquelle: Unspalsh/Melissa Askew

„Es gibt extreme Verwerfungen und dramatische Preissteigerungen bei vielen wichtigen Rohstoffen gleichzeitig“, erläutert Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Licht am Horizont verspräche aber die wieder gestiegene Nachfrage aus dem asiatischen Raum. Auch die Geschäftsaussichten mit den USA beurteilen die Hersteller deutscher Süßwaren wieder optimistischer, erläutert Dr. Bernoth.

Der Weizenpreis kletterte am Warenterminmarkt binnen eines Jahres um 50 Prozent auf ein neues Allzeithoch, zudem wird eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet. Auch die Kosten für Milchpulver, Zucker, Haselnüsse oder Soja sind stark gestiegen. Verursacht wurden diese Bewegungen unter anderem durch niedrigere Ernteerträge, geringere Importe aus Drittländern, aber auch einen Anstieg der Nachfrage in Asien.

Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Kosten bei der Beschaffung von Verpackungsmaterialien und in den Bereichen Logistik und Energie. So hat sich der Strompreis für Industriekunden innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Am Terminmarkt der Energiebörse EEX kostet eine Megawattstunde (MWh) Strom, die im kommenden Jahr geliefert werden soll, knapp 70 Euro So hoch war der Großhandelspreis, der Grundlage für viele Verträge der Industriekunden ist, seit zwölf Jahren nicht mehr. Im März 2020, zu Beginn der Pandemie, kostete eine MWh noch 35 Euro. Getrieben wird der Preis vom ebenfalls steilen Anstieg des CO2-Preises. Seit Anfang des Jahres beträgt er 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid.

Daneben gibt es in der internationalen Logistik derzeit unzureichende Frachtkapazitäten auf der Straße und der Schiene wie auch auf Containerschiffen. Container sind für den Transport von Waren rund um den Globus Mangelware. Während der Corona-Pandemie und infolge eines zeitweise brachliegenden Welthandels haben viele Firmen ihre Kapazitäten und Bestände abgebaut. Nun treffen diese verkleinerten Produktionskapazitäten auf eine sprunghaft steigende Nachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Erholung in vielen Teilen der Welt.

 



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