Anzeige

Tönnies Weiterhin geschlossen

Lebensmittel Praxis | 09. Juli 2020
Tönnies: Weiterhin geschlossen
Bildquelle: Getty Images

Bei einer Pressekonferenz im Kreishaus Gütersloh hat Landrat Sven-Georg Adenauer gestern angedeutet, dass die Schließung von Tönnies über den 17. Juli hinaus andauern könnte.

Anzeige

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Gestern fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. In den nächsten Tagen sollen weitere Begehungen und Gespräche folgen. Bezirksregierung und Kreis wollen für jeden einzelnen Bereich der Fleischfabrik festhalten, was Tönnies optimieren muss, bevor der Betrieb wieder anlaufen kann, wie Landrat Sven Georg Adenauer auf einer Pressekonferenz betonte.

Erste Ergebnisse sollen am Donnerstag folgen. Eine Prognose, wann es zu einer Wiedereröffnung kommen könnte, wollte Landrat Sven Georg Adenauer nicht geben. Die Allgemeinverfügung der Stadt Rheda-Wiedenbrück, die eine Schließung bis zum 17. Juli vorsieht, sei zwar ein gesetztes Datum, aber die Schließung könne auch über dieses Datum hinausgehen, betonte Adenauer. „Wir werden erst öffnen, wenn von Tönnies keine Gefahr für die Menschen mehr ausgeht“, erklärte Adenauer. Gesundheitsschutz habe für ihn die oberste Priorität. „Daran hat sich auch die Firma zu orientieren. Den Takt geben die Behörden vor. Das Unternehmen muss das tun, was das Gesetz fordert“.

Beim Bürgermeister von Rheda-Wiedenbrück, Theo Mettenborg, ist derweil bereits ein Antrag von Tönnies eingegangen. Das Unternehmen möchte die Arbeiten in der Verwaltung wieder aufnehmen. Dieser Antrag wird jetzt geprüft.

Kostenübernahme durch Tönnies?

Landrat Adenauer kündigte an, mit den dadurch entstandenen Kosten am Ende bei Tönnies vorstellig zu werden und im Zweifel sogar mit Forderungen vor Gericht zu gehen. „Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden. Immerhin hat das Unternehmen die Ursachen für viele Kosten im Kreis Gütersloh gesetzt. Es wird möglicherweise noch eine gerichtliche Auseinandersetzung geben – für eine Aussage ist es jetzt noch zu früh.“

Eine konkrete Summe nannte Adenauer nicht, verwies aber unter anderem auf die zahlreichen Corona-Tests. „Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen“, sagte er.

Das von Tönnies eingereichte Hygiene-Konzept gehe in Teilen in die richtige Richtung. Es erfülle aber noch nicht alle Kriterien, was gesetzlich erforderlich sei. Das Unternehmen müsse hier noch nacharbeiten, so der Landrat.

Die Schließungsverfügung läuft bis zum 17. Juli. „Wenn man dieses Datum einhalten will, dann muss sich die Firma in die Hände spucken“, sagte Adenauer. Im Fokus stehen demnach die Belüftung, aber auch die Frage, wie man sicherstellen könne, dass Abstandsregeln und Mundschutzpflicht eingehalten werden.