Anzeige

Nestlé Profitiert von Hamsterkäufen

Lebensmittel Praxis | 24. April 2020
Nestlé: Profitiert von Hamsterkäufen

Bildquelle: Nestlé

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres von der Bevorratungs-Strategie der Verbraucher infolge der Corona-Pandemie profitiert.

Anzeige

Eine Mehrheit der Märkte, insbesondere in Nordamerika und Europa, verzeichnete im März ein deutlich stärkeres Wachstum, teilweise unterstützt durch die Vorratskäufe der Konsumenten, gibt Nestlé bekannt. China verbuchte einen starken Umsatzrückgang, was auf die Bewegungseinschränkungen während fast des gesamten Quartals, die begrenzte Vorratshaltung der Konsumenten und das relativ höhere Gewicht der Ausser-Haus-Kanäle zurückzuführen sei.

Der Konzern verzeichnete insgesamt ein deutliches Absatzwachstum bei Fertiggerichten und Produkten für die Küche, ebenfalls häufiger gekauft wurden Purina Produkte für Heimtiere, Kaffee und Nestlé Health Science-Produkte. Bei Süsswaren und Speiseeis gab es einen Umsatzrückgang, was auf weniger Geschenk- und Impulskäufe zurückzuführen sei.

Eine signifikante Verschiebung sei vom Ausser-Haus- zum Heimkonsum zu verzeichnen. Die Ausser-Haus-Kanäle verzeichneten nach Angaben des Konzerns ein negatives Wachstum, mit deutlichen Umsatzrückgängen bei Nestlé Professional, Wasserprodukten und den Nespresso-Boutiquen. Der E-Commerce-Umsatz wuchs um 29,4 Prozent und steuert damit erstmals mehr als 10 Prozent zum Umsatz der Gruppe bei.

Unterm Strich fiel das Wachstum in den ersten drei Monaten höher aus, als Experten erwartet hatten. Allerdings zehrte der Anstieg des Schweizer Franken die Zuwächse in der Bilanz komplett auf. Zudem wirkten sich die Verkäufe von Sparten aus, so dass der Umsatz zurückging. Der Erlös sank im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 20,8 Milliarden Schweizer Franken (rund 20 Mrd Euro), wie Nestlé mitteilte.

Das organische Wachstum – also ohne Währungs- und Verkaufseffekte – betrug 4,3 Prozent.

Die Folgen der Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns sind nach Darstellung von Nestlé bisher nicht einzuschätzen. Auch wenn es noch zu früh sei, die vollen Auswirkungen von Covid-19 zu beurteilen, „halten wir an unserem ursprünglichen Ausblick für das Gesamtjahr 2020 vorläufig fest“, heißt es in der Meldung. Demnach sollen der Umsatz im laufenden Jahr ohne die Währungs- und Übernahmeffekte und die operativen Margen zulegen. Zudem soll auch der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie steigen.