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Katjes Chocjes-Werbespot unter Beschuss

Lebensmittel Praxis | 18. Oktober 2019
Katjes:  Chocjes-Werbespot unter Beschuss
Bildquelle: LP-Archiv

Nach der Kritik des Bayerischen Bauernverbandes am neuen Katjes-Werbespot für die vegane Schokolade Chocjes hat der Deutsche Werberat das Süßwarenunternehmen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Mitte Oktober hatte Katjes die deutschlandweiten Markenkampagne zur Kommunikation von „Chocjes“, der ersten veganen Schokolade mit Haferdrink, gestartet. Gezeichnet wurde der Spot von Illustratoren-Legende Gerald Scarfe.

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Eine Sprecherin von Katjes bestätigte, die Aufforderung des Werberats erhalten zu haben. Die Vorwürfe würden nun geprüft, hieß es. Weitere Details könne man derzeit nicht nennen.

Der Spot ist Teil der deutschlandweiten Kommunikation unter dem Motto „Cool ohne Kuh“. Er zeigt, wie zahlreiche Kühe im Gleichschritt zu Melkanlagen laufen. Eine Stimme spricht dazu den Katjes-Slogan: „Jedes Leben ist wertvoll. Und Kühe sind keine Milchmaschinen.“

„Mit Chocjes entern wir eine neue Kategorie und stärken unseren Anspruch, etwas Großes zu schaffen. Katjes bedient damit einen wachsenden Markt an Konsumenten, die auf der Suche nach einer Alternative zu Kuhmilch sind“, so Tobias Bachmüller, geschäftsführender Gesellschafter von Katjes Fassin. Auf den Social-Media-Kanälen von Katjes komme der Spot gut an, so das Unternehmen; das zeigen rund 36.000 Aufrufe auf Youtube sowie 22.000 auf Instagram. 90 Prozent der 5.000 Reaktionen auf Facebook sind positiv (Stand: 18. Oktober, 16 Uhr).

Der Clip sei eine sehr einseitige und überzogene Visualisierung von Massentierhaltung, kritisierte Werberat-Leiterin Katja Heintschel von Heinegg. Es werde suggeriert, dass alle Molkereien ihre Tiere so hielten und jeder Milchkonsument Tiere ausbeute. Zuvor hatte bereits Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband getwittert: „Das ist diskriminierend und ungerechtfertigt.“ Der Verband habe Beschwerde beim Werberat eingelegt.

Für den Fall, dass Katjes den Werbespot nicht löscht, kann der Werberat das Unternehmen öffentlich rügen. Der Rat habe den Fall zudem an die Wettbewerbszentrale weitergeleitet, sagte von Heinegg. Diese prüfe, ob das Werbevideo gegen das Wettbewerbsrecht verstoße.