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Nestlé Umsatzziel verfehlt

Lebensmittel Praxis | 29. Juli 2019
Nestlé: Umsatzziel verfehlt
Bildquelle: Nestlé Deutschland

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat die Umsatzerwartungen im ersten Halbjahr leicht verfehlt, die Jahresziele aber bestätigt. Von Januar bis Juni legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus eigener Kraft um 3,6 Prozent auf rund 41,1 Milliarden Euro zu.

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Nestlé verkündete über alle Produktkategorien hinweg ein positives Wachstum. Kaffee kehrte im zweiten Quartal zu mittleren einstelligen Wachstumsraten zurück. Die Dynamik von Nespresso und Nescafé verbesserte sich, hierfür sei die starke Nachfrage nach dem „Vertuo-System“ und den „Limited Editions“ von Nespresso verantwortlich. Die Lancierung von Starbucks-Produkten stieß auf eine starke Nachfrage. Konzernchef Mark Schneider bezeichnete die Kooperation als „überwältigenden Erfolg“.

Nestlé hatte sich für gut sieben Milliarden US-Dollar das Recht auf die weltweite Vermarktung sämtlicher Konsum- und Gastronomieprodukte von Starbucks gesichert, mit Ausnahme der Starbucks-Cafés. Das habe die Kaffeesparte beflügelt, sagte Schneider nun. Der Bereich leidet allerdings noch immer unter Preisdruck.

Neben dem Kaffee waren in den ersten sechs Monaten vor allem Heimtierprodukte, Säuglingsnahrung sowie spezielle, auf bestimmte Krankheiten zugeschnittene Lebensmittel gefragt. Im Wassergeschäft ging das Wachstum bei der Nachfrage dagegen erneut zurück, wobei in Europa sogar weniger umgesetzt wurde als ein Jahr zuvor. Nestlé führte dies auf schlechtes Wetter zurück, wodurch sich das Wachstum im zweiten Quartal vor allem in Nordeuropa verlangsamt habe. Die Sparte konnte wie zuvor nur über Preiserhöhungen auf ein Plus gebracht werden.

Nettozukäufe steigerten den Umsatz um 1,1%. Mit dem Erwerb der Starbucks-Lizenz und dem Zukauf von Atrium Innovations wurden die Veräußerungen, insbesondere von Gerber Life Insurance, mehr als kompensiert. Durch den Erwerb von Atrium Innovations dringt Nestlé in den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel vor. In den USA erfreut sich die Marke „Garden of Life“ dank ihrer bio-zertifizierten und gentechnikfreien Produkten großer Beliebtheit.

Unter dem Strich stand letztlich ein Reingewinn von fünf Milliarden Franken. Im Vergleich zum Vorjahr sind das zwar fast 15 Prozent weniger – damals spülte allerdings der Verkauf des US-Süßwarengeschäfts an Ferrero für fast drei Milliarden Franken ordentlich Geld in die Kasse.