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Ernteprognosen Wassermangel bereitet Sorgen

Elena Kuss | 05. Juli 2019
Ernteprognosen: Wassermangel bereitet Sorgen
Bildquelle: Getty Images

Die anhaltende Trockenheit bereitet den Landwirten in Deutschland auch in diesem Jahr Sorgen. Zwar deutet sich insgesamt eine Ernte an, die etwas besser als im Vorjahr ausfällt, aber es werden dennoch Erträge weit unter dem langjährigen Durchschnitt erwartet. «Es ist schon wieder ein Extremjahr. Das ist ganz klar der Klimawandel», sagt beispielsweise der Sprecher des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Herbert Netter.

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Vor allem beim Winterweizen, aber auch bei Raps und Mais sind Ernteeinbußen möglich. Auch für die Rinderhalter werden sich bei weiterhin anhaltender Trockenheit die Probleme verschärfen,  nachdem wegen der Dürre 2018 kaum Futterreserven bestehen.

In Sachsen-Anhalt wird an einigen Standorten sogar noch weniger geerntet als 2018. Die Erträge bei der Wintergerste, der ersten Kultur, die vom Feld geholt wird, liegen im Schnitt zwischen 30 und 65 Dezitonnen pro Hektar. In guten Jahren ernten die Bauern 80 bis 90 Dezitonnen. Insbesondere im Norden und Osten des Bundeslandes fällt die Getreideernte auch dieses Jahr schlecht aus. Auch Rüben, Mais und Kartoffeln leiden unter Wassermangel und können nicht wachsen. Viele Betriebe haben laut Verband nach dem zurückliegenden Dürrejahr ernsthafte wirtschaftliche Probleme.

In Hessen leidet vor allem der Winterweizen unter der Hitze und der Trockenheit. «Die Weizenfelder sind insbesondere im Rhein-Main-Gebiet schon ziemlich gelb», sagte der Sprecher des Hessischen Bauernverbands, Bernd Weber. «Sie müssten eigentlich noch grün sein.» Der Winterweizen - der laut Weber etwa die Hälfte der hessischen Ackerflächen ausmacht und einen hohen Stellenwert hat - werde früher reif, die Körner sind deshalb kleiner. «Wir müssen mit Einbußen rechnen», sagte er. Bei anderen Pflanzen wie der Wintergerste, dem Mais, den Zuckerrüben und den Obstbäumen sehe es noch besser aus.