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Fairtrade Deutschland Wachstum von 15 Prozent

Lebensmittel Praxis | 15. Mai 2018
Fairtrade Deutschland: Wachstum von 15 Prozent

Bildquelle: Sean Hawkey 2016

25 Jahre nach Einführung von Fairtrade-gesiegelten Produkten wurden 2017 bundesweit 1,33 Milliarden Euro umgesetzt, ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Hauptwarengruppen für fair gehandelte Produkte sind Kaffee, Bananen, Kakao und Blumen.

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„Der faire Handel entfaltet seine Wirkung vor allem bei relevanten Verkaufsmengen. Fairtrade sieht sich daher in der Pflicht, immer neue Marktzugänge für die Produzenten zu schaffen. Konkretes Handeln ist jetzt bei den Unternehmen gefragt“, so Transfair-Chef Dieter Overath.

Die Wachstumstreiber im Einzelnen: Kaffee erreichte mit 18.000 Tonnen ein Plus von 8 Prozent. 87.000 Tonnen Bananen bedeuten ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 37.000 Tonnen Rohkakao ein Plus von 23 Prozent. Mit 406 Millionen verkauften Stielen wuchsen die Schnittblumen um 4 Prozent. Heute bieten 360 Partnerfirmen bundesweit 5.500 fair gesiegelte Produkte in Supermärkten, Discountern, Fachgeschäften und in der Gastronomie an. 73 Prozent davon sind zusätzlich Bio­-zertifiziert.

Textilien mit Fairtrade-Baumwolle entwickelten sich ebenfalls positiv. Mit rund 12 Millionen verkauften Einkaufstaschen, T-Shirts, Bettwäsche und Handtüchern mit fairer Baumwolle wächst der Sektor um 45 Prozent. Erfreulich ist die Entwicklung bei der Beschaffung von Berufsbekleidung, z. B. tragen die Kaufland- und Ferrero-Mitarbeiter bereits Kleidungsstücke aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle. Die Produzenten im globalen Süden erhielten neben Markt- und Mindestpreisen zusätzlich über 25 Millionen Euro Prämien, die sie in Gemeinschaftsprojekte investierten.


Parallel zu den Jahreszahlen veröffentlichte Transfair die neue Wirkungsstudie des Centrums für Evaluation (CEval). Diese belegt den positiven Einfluss von Fairtrade auf die ländliche Entwicklung in den Anbauländern.

Trotz dieser Erfolge ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft in ihrer Existenz bedroht. „Handelsgewinne müssen gerechter verteilt werden“, forderte Overath auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz. „Mehr Wertschöpfung im globalen Süden ist nötig, um existenzsichernde Einkommen für Bauern- und Arbeiterfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu ermöglich.“ Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Fuchs ergänzt: „Politik und Wirtschaft sind gleichermaßen gefordert, die nachhaltigen Entwicklungsziele bis 2030 zu verwirklichen.“