Lebensmittelverschwendung:WWF fordert nationale Strategie

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Lebensmittelverschwendung WWF fordert nationale Strategie

In Deutschland gehen nach Angaben der Umweltstiftung WWF pro Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren. Über die Hälfte davon wäre ohne großen technischen Aufwand vermeidbar, teilte der Umweltverband mit. Daher werden laut WWF-Berechnungen jährlich 2,6 Millionen Hektar Fläche bewirtschaftet, nur um die darauf angebauten Produkte wieder wegzuwerfen. Das sind gut 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands.

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Die Angabe der Verschwendung von 18 Millionen Tonnen beruht laut WWF auf einer Berechnung des Instituts für nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster. Die Zahl basiere auf begründeten Annahmen.

Die Lebensmittelverschwendung werde in Deutschland bislang nicht systematisch erfasst, sagte eine WWF-Sprecherin. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht von 11 Millionen Tonnen aus. Nicht berücksichtigt sei darin die Lebensmittelverschwendung in der Landwirtschaft.

Angesichts der Daten fordert die Umweltstiftung von der Bundesregierung, bis 2020 eine nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung zu erstellen. Bislang verpasse es die Bundespolitik, Maßnahmen der Länder zu koordinieren und so eine gemeinsame Strategie auf den Weg zu bringen. „Wir brauchen eine ressortübergreifende Strategie“, forderte Jörg-Andreas Krüger, Mitglied der Geschäftsführung des WWF Deutschland, bei der Präsentation des Reports über die Maßnahmen der Bundesländer gegen Lebensmittelverschwendung. 

In dem Bericht werden die Länder in drei Gruppen eingeteilt: Pioniere, Mittelfeld und Nachzügler. Maßgeblich für die Einstufung sei, ob sich Länder schon lange und systematisch mit dem Thema befassten, hieß es. Problembewusstsein zeige sich beispielsweise darin, dass die Lebensmittelverschwendung in Abfallwirtschaftsplänen berücksichtigt werde. Zu den Spitzenreitern gehören Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Rheinland-Pfalz. Schlecht schneiden Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ab.