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Milchbauern Soforthilfen vom Bund

LEBENSMITTEL PRAXIS | 31. Mai 2016

Angesichts der drastisch gesunkenen Milchpreise kündigte Bundesagrarminister Christian Schmidt im Rahmen eines Milchgipfels Soforthilfen zur Entlastung der deutschen Milchbauern in Höhe von “100 Mio. Euro plus X” an. Darüber hinaus soll in einem Branchendialog über Milchmengen auf dem Markt verhandelt werden, um den Überschuss auf dem Markt zu drosseln. Kritiker halten die Maßnahmen für nicht ausreichend.

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Der Milchgipfel hatte am Montag mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel in Berlin stattgefunden. Damit Landwirte finanzielle Engpässe überbrücken können, soll das Hilfspaket unter anderem zusätzliche Bürgschaften und steuerliche Entlastungen umfassen.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) erwartet von der Bundesregierung, dass das angekündigte Liquiditäts- und Bürgschaftsprogramm in Höhe von mindestens 100 Mio. Euro noch erheblich aufgestockt wird, um die politisch verursachten Erlöseinbrüche auch nur teilweise ausgleichen zu können. “Das Paket geht aber in die richtige Richtung und muss politisch so schnell wie möglich umgesetzt werden. Auch die EU-Kommission muss weitere Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg bringen", forderte er.

Für Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gingen die Beschlüsse an dem vorbei, was die Agrarminister der Länder parteiübergreifend beschlossen hätten. “Nämlich, dass die Milchmenge runter muss, um die Preise zu stabilisieren. Wir brauchen eine Stabilisierung des Marktes und zwar jetzt, sonst verlieren wir unsere Milchviehbetriebe.”