Brüssel will die EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, die Zahl der Lebensmittelabfälle bis 2025 um 30 Prozent zu verringern. Die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar als auf den Verpackungen stehe, argumentierte Schmidt. „Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben.“
Bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sollte ein Produkt normalerweise in Top-Zustand sein - also seinen vollen Geschmack behalten oder nicht matschig werden. Das setzt sachgemäße Aufbewahrung und eine intakte Verpackung voraus. Vor allem langlebige Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Tee können aber auch weit über das MHD hinaus ohne Bedenken genießbar bleiben.
Schmidt mahnte an, neue Wege zu gehen. Die Zukunft gehöre „der intelligenten Verpackung“. In Joghurtbecher etwa ließen sich elektronische Chips einbauen, die ermittelten, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändere. „Eine Farbskala von Grün bis Rot zeigt an, wie es um die Verzehrbarkeit steht“», erläuterte der Minister.
Laut einer 2012 vorgestellten Studie für sein Ministerium landen in Deutschland jährlich rund 11 Mio. t Lebensmittel im Müll.
Davon stammen 6,7 Millionen Tonnen von Privathaushalten. Europaweit spricht die EU-Kommission gar von 100 Mio. t - dies entspreche einem Drittel der Nahrung für den menschlichen Gebrauch.
In Frankreich müssen Händler nach einem Anfang Februar beschlossenen Gesetz unverkaufte Nahrungsmittel spenden, verarbeiten, als Tierfutter verwenden oder kompostieren. Die Bundesregierung plant ein solches Wegwerf-Verbot nicht, wie das Ernährungsministerium bereits mitgeteilt hatte.
Ernährungsminister Abschaffung des Haltbarkeitsdatums
Im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung macht sich Ernährungsminister Christian Schmidt (Foto) für eine rasche Abschaffung des Haltbarkeitsdatums auf Verpackungen stark. Er gehe davon aus, dass in wenigen Monaten der Entwurf einer entsprechenden EU-Richtlinie vorliege, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Das könnte Sie auch interessieren
Supermarkt des Jahres 2026
LP international - Nachrichten
-
GroßbritannienSnappy Shopper liefert erstmals außerhalb des britischen FestlandsDie Lieferplattform Snappy Shopper expandiert gemeinsam mit Alliance Retail auf die Kanalinsel Jersey. Dort liefert der Dienst Produkte aus Iceland-Filialen aus. Der durchschnittliche Bestellwert liegt bei 72 Pfund (83 Euro) – ein Vielfaches des üblichen Warenkorbs in britischen Convenience-Stores.
-
IrlandMusgrave trägt 6,2 Milliarden Euro zur irischen Wirtschaft beiDer irische Handels- und Großhandelskonzern Musgrave hat anlässlich seines 150-jährigen Bestehens einen Wirtschaftsbericht veröffentlicht. Demnach sichert das Unternehmen mit seinen Partnern 63.500 Arbeitsplätze auf der Insel Irland. 80 Prozent seines Einkaufsvolumens bezieht Musgrave von irischen Lieferanten.
-
SpanienPersán knackt erstmals die Milliarden-Marke beim UmsatzDer spanische Haushalts- und Körperpflegehersteller Persán hat im Geschäftsjahr 2025 erstmals mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt. Zum Wachstum trug die Übernahme der Schweizer Mibelle Group bei. Nun will das Unternehmen verstärkt auf dem amerikanischen Kontinent expandieren.
Viel gelesen in Hersteller
-
Obst und GemüseZeitfresser Disposition – wie KI den Bestellprozess verkürzt und Abschriften um 30 Prozent senkt -
BAT-Manager im Interview„Wir fahren das profitabelste Geschäft zurück“ – wie der Tabakkonzern den Wandel steuert -
TabakindustrieFeuer aus, Lichter aus – warum Deutschlands Zigarettenfabriken verschwinden -
Interview mit ErnährungssoziologeConvenience ist mehr als nur schnelle Küche – warum sie oft unterschätzt wird
Im Heft
Hersteller
-
So entsteht...Wie Südtiroler Speck Schritt für Schritt seinen typischen Geschmack bekommt -
Schweizer KäseAlpenflair in Hannover – wie Ruwisch und Zuck Thekenpersonal in einer Käsewelt schult -
Fahrt mit...Wie Mövenpick-Chef Jürgen Herrmann den Deutschen Lust auf Premium macht -
So entsteht...64 Schichten für den perfekten Aufgang – warum Blätterteig reine Präzisionsarbeit ist -
Interview mit ErnährungssoziologeConvenience ist mehr als nur schnelle Küche – warum sie oft unterschätzt wird -
Frischteig-SegmentConvenience-Teigprodukte – warum Zeitersparnis allein nicht mehr reicht
Warenkunde
-
ProduktwissenCrunch ohne Kühlung – wie gefriergetrocknete Früchte neue Platzierungen erobernSo spannend ist Gefriergetrocknetes. Genauer gesagt: gefriergetrocknete Früchte. Sie bieten viel Potenzial im Snack- und Frühstückssortiment. Was die Leichtgewichte noch ausmacht.
-
ProduktwissenSnackklassiker mit Umsatzgarantie – warum Leberkäse generationenübergreifend funktioniertLeberkäse oder auch Fleischkäse ist eine beliebte Brühwurstspezialität. Typisch sind seine rechteckige Form und die vielseitige Verwendung.
Nachhaltigkeit
-
VerpackungsbrancheRecyclingfähigkeit ist den Deutschen bei Verpackungen am wichtigsten -
Myzel-LebensmittelInfinite Roots übernimmt Wettbewerber Bosque Foods -
Zwischen Haltung und BürokratieSo kämpft die Lebensmittelbranche für nachhaltige Lösungen -
VerbraucherschutzBundestag berät über Recht auf Reparatur
Personalien Hersteller
Im Gespräch - Hersteller
-
Famila-Warenhausleiter im Interview„Traditionelle Angebote sind erfolgreich“ – warum Klassiker zur WM den Unterschied machenOliver Wagner vom Famila-Warenhaus in Neustadt setzt zur Fußball-WM vor allem auf bewährte Sortimente statt teurer Aktionen – und erklärt, warum zu viel Event schnell zum Verlustgeschäft wird.
-
Ritter Sport„Nachhaltigkeit ist ein Marathon, kein Sprint“Mehr Nachhaltigkeit beim Kakao und bei anderen Zutaten ‒ das ist das Ziel der Schokoladenhersteller. Viel wurde bereits erreicht, doch es bleibt noch einiges zu tun. Benno Mauerhan spricht über Nachhaltigkeit, sein erstes Jahr als DACH-Chef und horrende Kakaopreise.