EU-Mercosur-Abkommen Handel mit Südamerika soll mehr Schwung bekommen

Mit dem Start des EU-Mercosur-Abkommens zum 1. Mai dürfte der Handel mit Südamerika für deutsche Unternehmen viel wichtiger werden. Zurzeit macht er nur rund ein Prozent des deutschen Außenhandels aus. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft. 

Donnerstag, 30. April 2026, 09:37 Uhr
Thomas Klaus
Mit Aufschwung ist zu rechnen: Zum 1. Mai startet das EU-Mercosur-Abkommen. Bildquelle: Getty Images

Zum 1. Mai startet das Mercosur-Abkommen zwischen den Ländern der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Mitgliedern. Die DIHK rechnet mit kräftigen Impulsen für das Südamerika-Geschäft deutscher Unternehmen. 44 Prozent aller international tätigen Unternehmen erwarten durch das Abkommen spürbare Auswirkungen. Das zeigt eine Sonderauswertung der Going International-Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter Unternehmen mit Auslandsgeschäft. 

66 Prozent der Unternehmen wollen Export ausweiten

„Das ist ein starkes Signal“, sagte Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef. „Gerade bei bislang vergleichsweise geringem Handelsvolumen wird deutlich, welches Potenzial viele Unternehmen im Mercosur sehen.“ 

Schon vor Inkrafttreten haben bereits 13 Prozent der international tätigen Unternehmen konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Abkommen eingeleitet. Zwei Drittel (66 Prozent) von ihnen bereiten insbesondere eine Ausweitung ihrer Exportaktivitäten in die Mercosur-Staaten vor. „Die geplanten Zollsenkungen eröffnen deutschen Exporteuren spürbare Wettbewerbsvorteile“, so Treier. „Viele Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihre Marktstrategie in Südamerika gezielt auszubauen.“ 

Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel

Zu den wichtigsten erwarteten Effekten zählen ein verbesserter Marktzugang, der Abbau von Handelshemmnissen sowie geringere Kosten. Wie alle Handelsabkommen ist aber auch das mit dem Mercosur kein Selbstläufer.  „Wichtig ist es, dass die vereinbarten Erleichterungen schnell und verlässlich von allen Seiten umgesetzt werden. Dann können mehr Unternehmen die Chancen nutzen“, betonte Treier.  

Mit dem Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Mai setzt die EU ein Signal für offene Märkte und regelbasierten Handel. „Gerade in einer Phase zunehmender Abschottung ist das ein wichtiges Zeichen“, so Treier. „Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen – auch mit weiteren Abkommen etwa mit Indien, Indonesien und Mexiko.“ 

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