Jahreszahlen veröffentlicht Rewe meldet Umsatzrekord – und Gewinneinbruch

Die Rewe Group hat im vergangenen Geschäftsjahr erstmals mehr als 100 Milliarden Euro umgesetzt. Gleichzeitig brach der operative Gewinn um etwa ein Viertel gegenüber dem Vorjahr ein auf 1,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr plant der Konzern Ausgaben von rund drei Milliarden Euro.

Mittwoch, 22. April 2026, 15:51 Uhr
Manuel Glasfort
Rewe hat seine Jahreszahlen vorgelegt – und die liefern nicht nur Gründe zum Jubeln. Bildquelle: Eilers

Die Rewe Group hat im Geschäftsjahr 2025 erstmals einen Gesamtaußenumsatz von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt – gleichzeitig brach das Ergebnis deutlich ein. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) sank auf über 1,5 Milliarden Euro, nachdem es im Vorjahr noch bei knapp 2 Milliarden Euro gelegen hatte. Der Jahresüberschuss halbierte sich nahezu auf 525 Millionen Euro nach 1 Milliarde Euro im Jahr 2024, wobei das Vorjahresergebnis laut dem Unternehmen durch eine einmalige Steuerrückerstattung begünstigt war. Die Umsatzrendite fiel von 2,3 Prozent auf 1,7 Prozent.

Den Ergebnisrückgang begründete der Kölner Handels- und Touristikkonzern in einer Mitteilung unter anderem mit gezielten Investitionen in eigene Kundenvorteilsprogramme, gestiegenen Personal- und Sachkosten sowie dem intensiven Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel. Finanzvorstand Telerik Schischmanow wurde mit den Worten zitiert: „Wie bereits vergangenes Jahr angekündigt, sind wir schon von einer temporär gedämpften Ergebnisentwicklung im Jahr 2025 ausgegangen.“ Der Konzern habe unter anderem in die Einführung der Kundenprogramme Rewe Bonus und der Penny App investiert. Mittlerweile nutzen nach Unternehmensangaben mehr als elf Millionen Nutzer Rewe Bonus, weitere sieben Millionen Kunden seien bei Penny registriert.

Souque: Rekordumsatz macht uns stolz

Der Gesamtaußenumsatz stieg den Angaben zufolge um 4,0 Prozent auf 100,4 Milliarden Euro. In Deutschland legte der Umsatz um 4,6 Prozent auf 69,1 Milliarden Euro zu, das internationale Geschäft wuchs um 2,7 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Lionel Souque erklärte dazu in der Mitteilung: „Dass es uns gerade in diesem herausfordernden Geschäftsjahr erstmals gelungen ist, die 100-Milliarden-Euro-Umsatzmarke zu überspringen, macht uns stolz.“

Im Geschäftsfeld Handel Deutschland erzielten die Rewe-Märkte ein Umsatzplus von 3,0 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Die Discount-Tochter Penny wuchs in Deutschland dagegen nur um 0,7 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Insgesamt entfielen auf das Geschäftsfeld Handel mit Rewe- und Penny-Märkten 42,5 Milliarden Euro, ein Umsatzplus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 1.620 selbstständigen Rewe-Kaufleute trugen 20,4 Milliarden Euro zum Umsatz des Geschäftsfelds bei, ein Plus von 7,2 Prozent. 

Billa und Iki legen stark zu

Im internationalen Handel legte der Umsatz um 4,8 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro zu. Besonders das Geschäft in Mittel- und Osteuropa mit den Marken Billa und Iki wuchs mit einem Plus von 7,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Penny International steigerte den Umsatz um 6,3 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. 

Das Geschäftsfeld Convenience mit der Lekkerland-Gruppe hielt den Umsatz nach eigenen Angaben trotz Einbußen durch Tabak-Verkaufsbeschränkungen in Belgien und den Niederlanden mit 15,3 Milliarden Euro annähernd stabil. Das Baumarktgeschäft verzeichnete dagegen einen Umsatzrückgang von 2,0 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, was der Konzern auf die schwache Konsumstimmung in der gesamten Branche zurückführte.

Die Touristik-Sparte Dertour Group setzte ihren Wachstumskurs fort und steigerte den fakturierten Umsatz um 18,0 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. In Deutschland verzeichneten die Dertour-Veranstalter ein Gästeplus von 4,5 Prozent. Der Anteil der Fünfsternehotels stieg laut der Mitteilung mit einem Plus von 39 Prozent erneut deutlich. Im vergangenen Jahr übernahm die Dertour Group zudem den Schweizer Reiseanbieter Hotelplan. 

Rewe Group plant 3 Milliarden Euro an Investitionen

Die Rewe Group investierte im Geschäftsjahr 2025 nach eigenen Angaben 2,5 Milliarden Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Schwerpunkte lagen dabei auf Digitalisierung, dem Einsatz künstlicher Intelligenz, Automatisierung sowie dem Ausbau und der Modernisierung der Infrastruktur in den Bereichen IT, Lager und Logistik. Für das laufende Geschäftsjahr plant der Konzern Investitionen von rund drei Milliarden Euro.

Die Zahl der Beschäftigten blieb unverändert bei 380.000, davon 272.000 in Deutschland und 108.000 im Ausland. Das Eigenkapital stieg auf knapp 11,6 Milliarden Euro nach rund 11 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Nettoverschuldung nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS lag den Angaben zufolge bei rund 18 Milliarden Euro. Die Ratingagentur S&P Global Ratings stuft die Bonität der Rewe Group weiterhin mit „BBB“ bei stabilem Ausblick ein. Eine im Sommer 2025 begebene Anleihe war nach Unternehmensangaben mehr als dreifach überzeichnet.

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