Der Berliner Lieferdienst Flink hat rund 100 Millionen US-Dollar (86 Mio. Euro) frisches Kapital eingesammelt. Die Finanzierungsrunde führt der bisherige Investor Prosus an, wie das Unternehmen mitteilte. Neu in den Investorenkreis eingestiegen ist Btomorrow Ventures, der Risikokapitalarm des Tabakkonzerns BAT.
Das Geld will Flink nutzen, um gezielt in seinen Kernmärkten Deutschland und den Niederlanden zu wachsen. Nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen mittlerweile profitabel auf EBITDA-Ebene. Dies sei nach einer Phase der Konsolidierung im europäischen Online-Lebensmittelmarkt gelungen.
„Der Markt hat sich grundlegend verändert“, zitierte das Unternehmen seinen Chef Julian Dames in der Mitteilung. „Quick Commerce funktioniert, wenn es auf operativer Disziplin und realistischen Kundenerwartungen aufbaut.“ Die Stärke von Flink liege darin, profitable Geschäfte mit echter On-Demand-Lieferung zu verbinden.
Flink betreibt nach eigenen Angaben rund 160 Lager in Deutschland und den Niederlanden und erreicht damit mehr als 22,5 Millionen Menschen. Das Unternehmen beschäftigt den Angaben zufolge mehr als 10.000 Mitarbeiter.
Flink plant neue Lager in Deutschland
Für 2026 plant Flink, weitere Lager in ausgewählten deutschen Regionen zu eröffnen. Das Unternehmen will sich dabei ausschließlich auf Gebiete konzentrieren, die strenge Kriterien für Profitabilität und Kundendichte erfüllen. Der durchschnittliche Warenkorb liegt laut Mitteilung bei über 45 Euro, die durchschnittliche Lieferzeit bei etwa 30 Minuten.
Das Unternehmen verweist auf erhebliches Wachstumspotenzial im Markt. Die Online-Durchdringung im Lebensmittelhandel liege in Deutschland derzeit bei etwa 3,5 Prozent, in den Niederlanden bei 6,0 Prozent. Zum Vergleich: In Großbritannien betrage der Anteil rund 14 Prozent. Jeder Prozentpunkt Verschiebung vom stationären zum Online-Handel entspreche Milliarden Euro zusätzlichem Marktpotenzial, teilte Flink mit.