Die Nominallöhne in Deutschland sind im Jahr 2025 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zu. Daraus ergibt sich ein Reallohnwachstum von 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Reallohnindex erreichte damit mit 100 Punkten fast wieder das Niveau des Jahres 2019 vor Beginn der Corona-Pandemie mit 100,5 Punkten. In den Jahren 2020 bis 2023 waren die Reallöhne zurückgegangen, bevor sie in den Folgejahren wieder anstiegen.
Die stärksten Nominallohnzuwächse verzeichneten nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Wirtschaftsabschnitte Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 5,7 Prozent, Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 5,3 Prozent sowie Erziehung und Unterricht mit 5,0 Prozent. Vergleichsweise geringe Nominallohnanstiege gab es dagegen im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden mit 2,8 Prozent, in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei mit 3,3 Prozent und im verarbeitenden Gewerbe mit 3,3 Prozent.
Bei den Vollzeitbeschäftigten stiegen die Verdienste den Angaben zufolge um 4,3 Prozent. Frauen verzeichneten mit einem durchschnittlichen Nominallohnwachstum von 4,8 Prozent stärkere Verdienststeigerungen als Männer mit 4,1 Prozent. Geringverdienende profitierten erneut überdurchschnittlich: Das Fünftel der Vollzeitbeschäftigten mit den geringsten Verdiensten verzeichnete ein Nominallohnwachstum von 6,0 Prozent. Das oberste Fünftel mit den höchsten Verdiensten kam auf einen Nominallohnanstieg von 3,7 Prozent und lag damit unter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Auszubildende verzeichnen kräftiges Plus
Auszubildende wiesen mit 6,3 Prozent ein überdurchschnittliches Nominallohnwachstum auf. Geringfügig Beschäftigte hingegen verzeichneten nur einen geringen Nominallohnanstieg von 0,5 Prozent. Im vierten Quartal 2025 stiegen die Reallöhne gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent. Dies ergab sich aus einem Nominallohnzuwachs von 4,1 Prozent und einem Anstieg der Verbraucherpreise von 2,2 Prozent.
Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass der Wegfall der Inflationsausgleichsprämie zum Jahresende 2024 die gemessene Lohnentwicklung im Jahr 2025 dämpfen kann. Die Prämie hatte die Nominallöhne in den Vorjahren vorübergehend erhöht. Dadurch fällt die Wachstumsrate 2025 aufgrund der höheren Vorjahresbasis gegebenenfalls geringer aus, auch wenn die regulären Löhne weiter steigen, wie das Bundesamt erläuterte.
Teuerung im Februar bei knapp 2 Prozent
Zuletzt ließ der Inflationsdruck in Deutschland etwas nach. Im Februar stieg der Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung bekannt gab. Im November 2025 hatte die Inflationsrate noch bei 2,3 Prozent gelegen.