Über 30 Millionen Menschen weltweit haben im Januar 2026 beim Veganuary mitgemacht. Mehrere Unternehmen melden Rekordabsätze, manche verzeichnen Steigerungen von über 80 Prozent. Die hohe Nachfrage führte zu bundesweiten Tofu-Engpässen bei großen Handelsketten. Dies teilte die gemeinnützige Organisation Veganuary mit. In Deutschland beteiligten sich den Angaben zufolge über 1.000 Unternehmen mit neuen Produkten, Gerichten und Aktionen an der Kampagne.
Billie Green mit zweistelligem Absatzplus
Mehrere Unternehmen meldeten Rekordabsätze. Der Hersteller Billie Green verzeichnete im Veganuary 2026 ein zweistelliges Absatzplus im Vergleich zum Vormonat, wie das Unternehmen mitteilte. Die ersten zwei Wochen des Aktionszeitraums seien die absatzstärksten Wochen in der bisherigen Unternehmensgeschichte gewesen. Der Veganuary-Sponsor Nutrition-Plus erzielte nach eigenen Angaben mit Rabattaktionen im Onlineshop den bisher besten Monatsumsatz. Und die Bäckereikette Le Crobag meldete in einer Zwischenbilanz eine mehr als 80-prozentige Absatzsteigerung des Aktionsprodukts im Vergleich zum Januar 2025.
Steigende Nachfrage auch in der Gastronomie
Die erhöhte Nachfrage nach veganen Produkten führte laut Veganuary zu Lieferengpässen. Medien berichteten im Januar von einer bundesweiten Tofu-Knappheit, die Rewe, Lidl und Edeka nach Angaben der Organisation mit der erhöhten Nachfrage im Veganuary erklärten. Auch in der Gastronomie wächst die Nachfrage nach pflanzlichen Optionen. Bei Burger King geht nach Angaben des Unternehmens gegenüber der „Hamburger Morgenpost“ etwa jeder fünfte Whopper vegan über den Tresen.
Auch in der Gemeinschaftsverpflegung mehr Veganes
Im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung stieg der Anteil veganer Gerichte beim Cateringunternehmen L&D im Aktionszeitraum 2026 von 23 auf 40 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Mehr als doppelt so viele pflanzliche Speisen seien im Vergleich zum Jahresdurchschnitt verkauft worden. Jedes fünfte bestellte Gericht sei im Januar vegan gewesen. Die SV Group entwickelte nach eigenen Angaben seit der ersten Teilnahme im Januar 2022 mehr als 150 vegane Rezepte im Rahmen des Veganuary, viele davon seien inzwischen fester Bestandteil der Speisekarten in den Betriebsrestaurants.
Hollmann: Ernährung ist gesellschaftliche Gestaltungsfrage
Christopher Hollmann, der Veganuary Deutschland leitet, begründete die Kampagne mit dem Einfluss der Ernährung auf den ökologischen Fußabdruck. „Ernährung ist eine gesellschaftliche Gestaltungsfrage“, sagte er. Eine aktuelle EU-weite Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zeige, dass Ernährung für 23 Prozent der Treibhausgas-Emissionen von Privathaushalten verantwortlich sei. Bei Umweltschäden durch Stickstoff- und Phosphorverbindungen, dem Wasser- und Landverbrauch sowie der bedrohten Artenvielfalt steige der Anteil auf 56 bis 71 Prozent.


