Social-Media-Trend Ein Jahresbeginn voller KI-Schafe im Einzelhandel

Eine Gruppe Schafe verirrt sich in einem Penny-Markt und löst damit einen Marketing-Hype aus. Wie KI das Unternehmensmarketing beeinflusst und warum nun auch KI-Füchse nachziehen.

Mittwoch, 14. Januar 2026, 08:28 Uhr
Lea Pichler
Penny setzt seit Jahresbeginn auf eine Werbekampagne mit Schafen – und landet damit einen Marketing-Treffer. Bildquelle: Screenshots Instagram

Der Algorithmus auf sozialen Netzwerken, wie Instagram und Facebook, passt sich rasant und beeindruckend genau den Bedürfnissen der Nutzer an. 

Diversität ist an dieser Stelle das Stichwort, denn an dieser mangelte es in den vergangenen Tagen, denn ein Säugetier dominiert das aktuelle Marketinggeschehen unangefochten – das Schaf.

Ausgelöst wurde dieser Trend durch 50 Schafe, die ihren Weg Anfang Januar in eine Penny-Filiale in der Gemeinde Burgsinn fanden und dort den Betrieb für 20 Minuten lahmlegten. Medienberichte, über das Geschehen verbreiteten sich rasant.

Ebenso schnell wie sich die Nachricht über die ausgebüchsten Schafe verbreitete, reagierte Penny mit einer Werbekampagne rund um Schafe im Lebensmitteleinzelhandel. Das Marketing-Team scheint den Trend frühzeitig verstanden zu haben. Das Kanal-Bild von penny.deutschland auf Instagram ist ein Schafkopf. Die Kanalbeschreibung sagt: „Für alle määägha günstig: Erstmäääh zu Penny“.

Weitere Videobeiträge spielen das Spiel mit dem Schaf als Werbefigur weiter. Schafe fressen vor einem Penny-Makt aus Tüten mit der Aufschrift „Noch mehr sparen“, oder stürmen einen Penny-Markt mit der Überschrift: „Für Preise, die einfach määäh-ga sind.“ Die Aufrufzahlen der Videos sprechen für sich: 1,7 Millionen und 1.4 Millionen Aufrufe erreichten die Schafvideos über Instagram.

Auf das KI-Schaf gekommen

Penny war mit dieser schnellen Werbeaktion nicht nur auf dem eigenen Kanal erfolgreich. Diverse Unternehmen, auch ohne Bezug zum Lebensmittelhandel, reagierten auf den Werbeerfolg. Vor wenigen Monaten noch undenkbar, denn woher sollte die Volksbank oder Johanniter eine Schafherde bekommen, die „zufällig“ an einem Bankautomaten vortrottet oder einen Rettungswagen stürmt?

Doch es ist Anfang 2026. Wer keinen Schäfer zur Hand hat, setzt also auf das KI-Schaf. Eine beliebte Darstellungsform scheint eine Schafherde in hoher Stückzahl und von hinten. Man sieht Schafe, die die Polizei NRW stürmen, bei Edeka Südwest vorbeischauen, eine Volksbankfiliale in Ostbyern Mitte besuchen, ein Getränkelager von Gerolsteiner durchqueren oder mit passender Handtasche Geld bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg Geld abheben.

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Was soll das?

Wer bei dem Trend rund um herumlaufende Schafe in der deutschen Unternehmenswelt mehr vermutet, als einen gut funktionierenden Trend, der könnte enttäuscht werden. Der Witz allein und ein erster Blick mit Wiedererkennungswert scheint das zu sein, was viele Marketing- oder Social-Media-Manager in den vergangenen Tagen vereint – und das ist auch OK.

Ein Flaggschiff eines übergeordneten Themas oder ein Tier als Stellvertreter für einen Missstand sind wichtig und gehören in die aktuelle Debatte. So könnte man auch das Schaf als Trägermasse einer Kampagne rund um Nachhaltigkeit oder Tierwohl sehen. Doch das passt womöglich nicht in den Zeitgeist voller schwerer Themen und Debatten in alle Richtungen. Das Klima in der Kommentarspalten der Beiträge spiegelt eine positive Stimmung. Das Schaf bringt den unterschiedlichsten Unternehmern vor allem eins - Reichweite.

Eins zeigt Trend rund um KI-Schafe klar: Es braucht dank KI kein aufwendiges Konzept oder ein großes Budget, um die Abonnenten für die eigenen Inhalte zu begeistern. Schnelligkeit und ein Blick für den aktuellen Zeitgeist ist das, was Unternehmen in diesen Tagen medial hervorhebt.

Norma und Netto kontern mit KI-Füchsen

Während andere Unternehmen auf den Penny-Trend aufsteigen, holen Norma und Netto stellvertretend auf ihrem Instagram-Kanal zum Gegenschlag aus. Statt Schafe auf der Suche nach Rabatten, laufen hier KI-Sparfüchse durch das Bild.

Penny reagiert auf den Beitrag von Norma mit dem Kommentar: „Ihr seid ja süß. Für schaftastische Preise trotzdem erstmäääh zu Penny.“

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