Signa-Gründer Gericht verurteilt René Benko zu 15 Monaten Bewährung

Das Landesgericht Innsbruck hat den Signa-Gründer René Benko wegen Gläubigerschädigung verurteilt. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass Benko zwei Uhren und Manschettenknöpfe dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen hat. Seine Ehefrau wurde freigesprochen.

Donnerstag, 11. Dezember 2025, 08:58 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Der österreichische Ex-Milliardär René Benko ist zum zweiten Mal wegen Schädigung seiner Gläubiger verurteilt worden. Bildquelle: Getty Images

Der österreichische Investor René Benko ist zum zweiten Mal wegen Schädigung seiner Gläubiger verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck verhängte gegen den Gründer des Immobilien- und Handelsimperiums Signa eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten, wie das Gericht mitteilte. Seine ebenfalls angeklagte Ehefrau Nathalie Benko wurde freigesprochen.

Das Gericht sah es als nur teilweise erwiesen an, dass René Benko wertvolle Uhren dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen hat. Von den ursprünglich elf Uhren, die aus Sicht der Anklage Benko zuzurechnen waren, betrachtete die Richterin nur zwei Uhren und einige Manschettenknöpfe als Vermögensbestandteil des 48-Jährigen. Bargeld in Höhe von 120.000 Euro sei ebenfalls nicht im Besitz des Investors gewesen. Somit reduzierte sich die Schadenssumme auf 100.000 Euro. Benko muss außerdem eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je 12 Euro zahlen.

René Benko war bereits im Oktober wegen desselben Delikts zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Sobald dieser erste Richterspruch rechtskräftig wird, wird aus beiden Urteilen eine Gesamtstrafe gebildet. Dabei werden die beiden Strafmaße aber nicht einfach addiert. Die Staatsanwaltschaft hatte ausgeführt, dass das Ehepaar rund um die Insolvenz Benkos als Einzelunternehmer in einem Tresor das Geld und elf teure Uhren deponiert habe. Den Kauf des Tresors, der bei Verwandten der Ehefrau aufgestellt wurde, habe die 42-jährige Nathalie Benko organisiert. Ein ehemaliger Sicherheits-Mitarbeiter der Benkos hatte den Ermittlern von dem Tresor erzählt.

Staatsanwaltschaft zweifelt an Uhren-Geschenken für die Söhne

Laut Staatsanwaltschaft war die Aussage Benkos nicht glaubwürdig, dass er jeweils vier Uhren bereits zu Weihnachten 2021 seinen zwei Söhnen im Alter von damals sechs und elf Jahren geschenkt habe. Auf Weihnachtsfotos von 2021 seien dem Alter der Kinder angemessene Geschenke zu sehen gewesen, sagte der Oberstaatsanwalt. „Teure Uhren und Manschettenknöpfe waren nicht dabei“, zitierte die Mitteilung den Staatsanwalt. Die Verteidigung argumentierte, dass Uhren-Geschenke in dieser Dimension bei sehr vermögenden Menschen nicht ungewöhnlich seien. Benko sei damals auf dem Höhepunkt seines Erfolgs gewesen.

Die beiden Verfahren sind nur ein kleiner Ausschnitt der Vorwürfe, zu denen die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien ermittelt. Weitere Anklagen gelten als sicher. Die Holding des verschachtelten Immobilien- und Handelskonzerns Signa war im November 2023 in die Insolvenz geschlittert. Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft.

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