Sparsame Weihnachten Jeder dritte Verbraucher spart bei Geschenken

Gut ein Drittel der Verbraucher will in diesem Jahr weniger für Weihnachtsgeschenke ausgeben als 2023, so eine Marktforschungs-Erhebung. Fast jeder Fünfte verzichtet komplett auf Geschenke. Die Mehrheit investiert zwischen 100 und 400 Euro.

Freitag, 05. Dezember 2025, 12:12 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Bei manchen Verbrauchern wird in diesem Jahr weniger unter dem Baum landen als im Vorjahr. Bildquelle: Getty Images

Gut ein Drittel der Verbraucher plant in diesem Jahr geringere Ausgaben für Weihnachtsgeschenke als im Vorjahr. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Postbank unter 2.046 Erwachsenen. Fast jeder Fünfte (18,6 Prozent) will oder kann nach eigenen Angaben gar kein Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben.

10 Prozent will mehr Geld ausgeben

Die Mehrheit von 53,6 Prozent geht zum Fest von ähnlich hohen Ausgaben wie ein Jahr zuvor aus. Knapp 10 Prozent beabsichtigen, mehr Geld für Geschenke auszugeben. Das Gros der Schenker investiert 100 bis 400 Euro in Weihnachtsgeschenke; ein Viertel gibt weniger als 100 Euro dafür aus. Ein Drittel der Befragten muss Ersparnisse anzapfen. 14,5 Prozent setzen ihr Weihnachtsgeld fürs Shopping ein. Die Daten wurden vom 7. bis 10. November erhoben.

Dass das Geld bei vielen nicht mehr so locker sitzt, liegt auch an der allgemeinen Preisentwicklung, wie die Postbank mitteilte. Lebensmittel haben sich in Deutschland seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 um mehr als ein Drittel verteuert. Auch die Preise für viele Dienstleistungen steigen seit Monaten überdurchschnittlich - dazu zählen etwa Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und Restaurantbesuche. Im November lagen die Verbraucherpreise hierzulande wie im Oktober um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Postbank sieht Nachwirkungen der Inflation

Auf die Frage, welche Ausgaben ihnen derzeit am meisten Sorgen bereiten, verwiesen sechs von zehn Befragten auf die allgemeinen Lebenshaltungskosten wie Lebensmittel und Energie. Zudem bewertet gut ein Drittel die eigene finanzielle Situation aktuell schlechter als bei der Vergleichsumfrage ein Jahr zuvor. Die Belastungen der außergewöhnlich hohen Inflation der Jahre 2022 und 2023 wirkten weiterhin nach, sagte Ulrich Stephan. Der Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, erläuterte: „Die hohen Lebenshaltungskosten bestimmen für viele Menschen den Alltag - und sie drücken auf die Stimmung, obwohl Reallöhne und Arbeitsmarkt eigentlich positive Signale senden.“

Im dritten Quartal 2025 stiegen die Reallöhne – also die Bruttolöhne abzüglich Inflation – um 2,7 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, so die Postbank. Das war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der bislang höchste Anstieg in diesem Jahr. Nach Berechnungen der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung haben die Reallöhne die Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre damit aufgeholt.

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