Arbeitsmarkt Einzelhandel bietet deutlich mehr Ausbildungsplätze an

Die Zahl der Ausbildungsplätze für Verkäufer und Einzelhandelskaufleute steigt um bis zu 23 Prozent. Während bundesweit weniger Lehrstellen angeboten werden, weitet der Handel sein Angebot aus. Doch die Qualität der Bewerbungen bereitet den Unternehmen zunehmend Sorgen.

Donnerstag, 06. November 2025, 11:53 Uhr
Theresa Kalmer
Ausbildungsjahr 2024/2025: Starke Nachfrage im Handel, doch immer weniger geeignete Bewerber. Bildquelle: Getty Images

Der Einzelhandel sucht weiter intensiv nach Auszubildenden. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze für Verkäufer stieg seit dem vergangenen Herbst um 23 Prozent auf 33.930, bei den Einzelhandelskaufleuten um 16,6 Prozent auf 45.507. Dies teilte der Handelsverband Deutschland mit und berief sich dabei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September 2025.

73 Bewerber auf 100 offene Stellen

Die beiden Berufe belegen konstant die ersten beiden Plätze im Ranking der angebotenen Ausbildungsstellen. Zudem landen Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel auf den Plätzen 3 und 5 der meistgewählten Berufe. „Das sind außerordentliche Zahlen, die den Handel von vielen anderen Branchen unterscheiden, in denen das Ausbildungsangebot teilweise stark eingeschränkt wird“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. 

Insgesamt sank die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in Deutschland um 4,9 Prozent auf 494.109. Die Zahl der Bewerber stieg um 3 Prozent auf 444.335, vermutlich auch wegen einer höheren Zahl von Schulabgängern mit mittlerem Abschluss. Ende Oktober waren noch 54.385 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt. Auf 73 Bewerber kommen rechnerisch 100 offene Stellen.

Handelsunternehmen klagen über mangelhafte Bewerbungen

Die Handelsunternehmen haben nach Angaben des Verbands wenig Schwierigkeiten, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Allerdings zeige sich zunehmend ein Qualitätsproblem. Der Anteil an mangelhaften oder schlechten Bewerbungen erschwere die Besetzung der Ausbildungsstellen mit ausreichend qualifizierten und damit geeigneten Bewerbern. „Die Themen Ausbildungsstartkompetenz und Ausbildungseignung geraten zunehmend in den Fokus“, so Genth. 

An Bedeutung gewinnt auch die Ausbildung zum Handelsfachwirt im Rahmen des Abiturientenprogramms. Die Zahl der angebotenen Stellen sank zwar leicht um 56 auf 16.184, doch die Platzierung im Ranking der Bundesagentur für Arbeit verbesserte sich von Rang 5 auf Rang 4. Dies zeige den nach wie vor wachsenden Bedarf im Handel nach spezifisch ausgebildeten Führungskräften, so der Verband.

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