Aldi Süd verzichtet ab Mitte Januar 2026 bei seinen Eigenmarken vollständig auf Fleisch aus der niedrigsten Haltungsform. Dies betrifft Rind, Schwein, Hähnchen und Pute, wie der Discounter mitteilte. Ausgenommen sind Markenartikel und internationale Spezialitäten.
Der Schritt ist dem Händler zufolge einzigartig in der deutschen Handelsbranche. Etwa 90 Prozent des Fleischsortiments bei Aldi Süd besteht aus Eigenmarken, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Bei den Eigenmarken stammen nach Unternehmensangaben bereits die Hälfte des Frischfleischs sowie mehr als ein Drittel der gekühlten Fleisch- und Wurstwaren aus den höheren Haltungsformen 3, 4 und 5. Zur aktuellen Menge des Fleisches aus der Haltungsform 1 machte der Discounter keine Angaben.
Fünf Stufen mit steigenden Anforderungen
Die Haltungsform ist ein System zur Kennzeichnung von Fleisch und verarbeiteten Produkten von Schwein, Rind und Geflügel. Es umfasst fünf Stufen mit steigenden Anforderungen an die Tierhaltung. Die Stufe 1 „Stall“ entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen, die Stufe 5 entspricht Bio-Qualität. Bei Stufe 3 verfügen die Tiere über mehr Platz und Frischluft-Kontakt, bei Stufe 4 haben sie Auslaufmöglichkeiten im Freien.
Der Anteil von Fleisch aus der untersten Haltungsform ist im deutschen Lebensmittelhandel zuletzt deutlich gesunken. Bei Schweinefleisch im Selbstbedienungsregal stammten 2023 nur noch 1,5 Prozent aus der Stufe 1. Bei Puten- und Hähnchenfleisch gab es im Kühlregal kein Fleisch mehr aus der niedrigsten Haltungsform. Anders sieht es bei Rindfleisch aus: Hier kamen 2023 noch mehr als drei Viertel aus der Haltungsform 1. Die großen Handelsketten wollen bis 2030 das gesamte Frischfleischangebot ihrer Eigenmarken bei Rind, Schwein und Geflügel auf die höheren Haltungsformstufen 3 und 4 umstellen.
